Jöran Muuß-Merholz

Die tatsächliche Hybridisierung der Bildung – warum sich Lernangebote im digitalen Wandel neu erfinden müssen

Ein Grundsatztext von Jöran Muuß-Merholz

Die Coronakrise wirkte als Katalysator für einen Digitalisierungsschub in allen Bildungsbereichen. Das Lieblingswort im deutschsprachigen Diskurs lautet offenbar: „hybride“ Lehr-Lern-Formen. Die als „hybrid“ bezeichnete Neuordnung von „digital plus analog“ oder „online plus Präsenz“ beschreibt aber nur die Oberfläche. Die tatsächliche Hybridisierung liegt tiefer und steht für einen größeren, grundlegenden Umbruch.

Bild links, vor dem digitalen Wandel: Bildungsangebote sind ordentlich in verschiedene Felder aufgeteilt. Bild rechts, im digitalen Wandel: Die Grenzen zwischen den Feldern sind verwischt, die Felder kuddelmuddelig durcheinander gewachsen, neu verzahnt und verwoben, teilweise schlecht unterscheidbar. (Fotos via Pixabay: links DeltaWorks, rechts blende 12)

Hybride Lehr-Lern-Angebote

Im Diskurs um die zunehmende Bedeutung digitaler Medien beim Lehren und Lernen ist „hybrid“ ein sehr beliebtes Wort. Dahinter verbergen sich unterschiedliche Bedeutungen. Häufig wird „hybrid“ einfach als neuer Begriff für das alte Konzept von blended learning verstanden und bezieht sich auf eine Kombination von Präsenz- und Online-Lernen

In den etwas fortgeschrittenen Diskussionen wird damit auch die Neuausrichtung von synchronen und asynchronen Phasen verbunden. Was können die Lehrenden und Lernenden gut online machen, was gut in Präsenz? Wofür sollen sie gleichzeitig (synchron) arbeiten, wo ist asynchrones Arbeiten sinnvoll?

(Exkurs: Ich vermute, die Beliebtheit des Begriffs „hybrid“ liegt darin begründet, dass man sich auf einen vermeintlichen Kompromiss einigt, nach dem Motto: „Wir vereinen das Beste aus beiden Welten.“ Damit verschiebt man die Auseinandersetzung einfach nur eine Ebene weiter, nämlich auf die Fragen nach der konkreten Ausgestaltung.)

Die tatsächliche Hybridisierung des Lehrens und Lernens

Die Diskussionen um hybride Lehr-Lern-Settings sind nicht falsch. Allerdings beziehen sie sich auf eine Beschreibung der Oberfläche. Schaut man genauer hin, findet man eine Hybridisierung, die aus einem epochalen Wechsel des Leitmediums entspringt und für grundlegende Veränderungen sorgt. Und das geht so:

Der digitale Wandel sorgt für eine Vermischung/Hybridisierung von drei Bereichen, die für Bildungsangebote elementare Kategorien darstellen:

A. Treffen, Veranstaltungen (synchron: gleicher Ort, gleiche Zeit)
B.
Materialien, Publikationen (asynchron: ungleicher Ort, ungleiche Zeit)
C. Austausch, Netzwerk (eher synchron, häufig „Nebenwirkung“ von A.)

Diese drei Kategorien hatten schon immer miteinander zu tun. Dennoch waren es per default drei unterschiedliche Bereiche, die getrennt gedacht und häufig von unterschiedlichen Akteuren geplant und umgesetzt wurden. Einige Beispiele aus der prä-digitalen Welt:

  • In der Hochschule gibt es die Vorlesung (synchron, Treffen), das Lehrbuch (asynchron, Material) und das Tutorium oder die Mensa (synchron, Austausch). 
  • In der Bildungsarbeit einer Stiftung / Kirche / Gewerkschaft gibt es eine Abteilung „Veranstaltung“, eine Abteilung „Publikationen“ und eine Abteilung „Engagement / Netzwerk“.
  • In der Schule gibt es den Unterricht, das Schulbuch und Gespräche in den Pausen oder am Nachmittag.
  • In der beruflichen Weiterbildung besuchen Arbeitnehmer*innen ein Seminar, lesen ein Buch oder sprechen mit Kolleg*innen.
  • In der non-formalen Bildung schaue ich eine Fernsehsendung, lese Zettel am Schwarzen Brett und bin Mitglied eines Sprach-Stammtischs.

Vermischungen von Veranstaltungen, Materialien und Austausch

Unten folgen einige Beispiele aus der Gegenwart, die mitten drin im digitalen Wandel steckt. In den Beispielen gehen gezielte Konzepte und kuddelmuddelige Praxis kreuz und quer durcheinander – wie in der Realität auch. 

  • In der Hochschule werden Inputs als Video verteilt, die teils synchron, teils asynchron und in 1,5-facher Geschwindigkeit wahrgenommen werden. Ist das eine Veranstaltung oder ein Material? Spätestens, wenn Studierende sich das gesprochene Wort „heimlich“ von einer Diktierfunktion in ein Skript umwandeln lassen, ist die Veranstaltung gleichzeitig ein Material. Und unabhängig davon, ob die Studierenden synchron oder asynchronen einen Vortrag hören oder lesen, können sie sich dazu parallel in einer Messengergruppe austauschen.
  • In der Bildungsarbeit oder Weiterbildung wird die 1,5-tägige Tagung durch eine Online-Themenwoche ersetzt. Inputs und Diskussionsrunden stehen als Video bereit, entweder im Vorfeld oder im Nachgang. Wenn man online den Zugang nicht künstlich einschränkt, erreicht dieses Material mehr Menschen nach Abschluss der Themenwoche als während der Veranstaltung selbst. Zum Austausch gibt es eine Messengergruppe, von der alle am letzten Tag der Themenwoche glauben, dass sie auch in der Zukunft noch sinnvoll wäre. In dieser Gruppe werden auch Materialien geteilt.
  • In der Schule wird in Zeiten von Homeschooling/Distanzlernen das „Unterrichten“ (eigentlich Treffen) in den Modus „Material verteilen“ umgestellt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob der Austausch untereinander – ob auf dem Schulhof oder im Klassenzimmer – in Präsenz nicht die „heimliche Killer-Applikation“ war, die wir erst jetzt richtig einschätzen.
  • In der non-formalen Bildung schaue ich TikTok-Videos, springe nahtlos zu einem Livevideo und lerne über die Kommentare eine interessante Person kennen.

Wie sieht die neue Vermischung aus?

Die Beispiele zeigen: Hybrides Lehren und Lernen bedeutet, wenn man unter die Oberfläche schaut, dass die traditionellen Grenzen zwischen 1. Treffen/Veranstaltungen, 2. Materialien/Publikationen und 3. Austausch/Netzwerk verwischen. Die drei Bereiche vermischen sich und setzen sich neu zusammen, verweben und verzahnen sich. Die Digitalisierung macht unser Lehren und Lernen kuddelmuddeliger und vielfältiger. Wir können und müssen unsere Formen und Formate neu erfinden.

PS: Jedes Lernen ist hybrides Lernen.

Die Rede von „hybridem Lernen“ oder „blended learning“ ist übrigens ein gutes Beispiel für einen lehrseitigen Blick auf die Dinge. Wenn man die Perspektive der Lernenden einnimmt, wird klar, dass die vermeintlich gut sortierte Ordnung nur oberflächlich ist. Denn: 

  • In jedem Onlinesetting befinden sich alle Beteiligten immer auch an einem physischen Ort.
  • In jedem Präsenzsetting haben die Menschen (fast) immer auch einen Online-Zugang dabei.

Diese Ebenen werden häufig ignoriert oder als Störung wahrgenommen. Das ist vermutlich ein Phänomen des Übergangs: Das Alte funktioniert nicht mehr so richtig, aber das Neue ist noch nicht klar erkennbar. 

Dieses Material wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erstellt.

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Urheberinnen dieses Materials: „Jöran Muuß-Merholz / Agentur J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)“ | https://selbstlernen.net | Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0

Verschiedene Zeitstrukturen für Barcamps und Online-Barcamps

Stellschrauben und Vorlagen für zeitliche Anpassungen des Unkonferenz-Formats – Ein Artikel von Jöran Muuß-Merholz

Zeitstruktur | Jula Henke für J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), CC BY 4.0

Ein Barcamp geht von morgens bis abends, jede Session dauert 45 Minuten, und alle Sessions müssen zu Beginn vorgestellt werden. Oder? Es geht auch anders. Es ist gerade eine große Stärke des Barcamp-Formats, dass es flexibel angepasst werden kann. Wir zeigen die wichtigsten Stellschrauben für Barcamps und Online-Barcamps. Dazu gibt es Tabellen mit Muster-Zeitstrukturen zum Download.

Prototypische Zeitstruktur für ein Barcamp

Unten wird zunächst eine typische Zeitstruktur für eine Barcamp vorgestellt. Sie dient nicht zwingend als Vorbild, sondern als Ausgangspunkt und als Gerüst, bei dem man jedes einzelne Element verändern kann. Auch wenn es eine typische Barcamp-Taktung gibt, so gilt gleichzeitig: Ein Barcamp MUSS gar nichts (außer das Programm von den Teilnehmenden gestalten lassen). Zahlreiche Stellschrauben lassen sich individuell an Zielsetzungen und Rahmenbedingungen anpassen. Deswegen werden im übernächsten Abschnitt die großen Stellschrauben zusammen mit praktischen Hinweisen aufgeführt.

Element

Dauer

Details, Stellschrauben

Ankommen

1:00

Barcamps planen eher eine lange Dauer für das Ankommen ein, das häufig mit Frühstück verbunden ist.

Auftakt und Kennenlernen

0:30 bis 1:00

Hierzu gehören z.B. Begrüßung, Aufwärmen, organisatorische Klärungen und eine Vorstellungsrunde.

Einführung und Sessionplanung

0:45 bis 1:15

Hierzu gehört auch die Einführung in die Methode Barcamp (ca. 30 Min.). Die Dauer der Planung ist stark von der Größe abhängig. Faustformel: 1 Min. pro erwartete Session.

Sessions

ca. 4 x 1:00

Typischerweise: 45 Min. Sessiondauer plus 15 Min. Raumwechselpause, drei bis sechs Mal wiederholt. Die Sessiondauer kann variiert werden, beispielsweise auf 25 oder 60 Minuten.

Pausen

0:30 bis 1:30

Bei 45 Min. Sessiondauer sollte nach 2, spätestens nach 3 Sessions eine längere Pause eingeplant werden.

Abschluss

0:10 bis 1:00

Je nach Zielsetzung der Veranstaltung braucht es am Ende eine Zusammenführung der Ergebnisse im Plenum (oder auch nur einen Abschied). 

Ausklang/Abendprogramm 

offen

Je nach Veranstaltung gibt es gar keinen Ausklang, ein Get-Together oder ein Abendprogramm.

Stellschrauben: Anpassungen der Zeitstruktur eines Barcamps

Was die Zeiten eines Barcamps angeht, so lassen sich verschiedene Stellschrauben drehen. Die folgende Checkliste sammelt die wichtigsten Punkte:

  • Gesamtdauer: Die Gesamtdauer ist i.d.R. durch äußere Faktoren vorgegeben. Wenn ein Barcamp online durchgeführt wird, entfallen einige dieser Faktoren wie Reisezeiten, Übernachtung etc., so dass auch längere und kürzere Gesamtzeiten möglich sind, beispielsweise gestreckt über eine Woche oder länger (dafür nicht ganztägig) oder als schnelles, kurzes Format über nur 3 Stunden.  
  • Sessiondauer: Eine Sessiondauer kann auf Geschwindigkeit und schnelle Wechsel orientiert sein, z.B. mit 20 Minuten pro Session. Oder Sessions können lange dauern, wenn z.B. gemeinsam an Projekten gearbeitet wird, bis hin zu mehreren Stunden. Weil bei Online-Barcamps die Wechsel zwischen Sessions in sekundenschnelle geschehen kann, lassen sich kürzere Sessiondauern einfacher umsetzen.   
  • Pausendauer: Pausen sind bei Barcamps nicht einfach die Zeit, in der „nichts“ stattfindet. Stattdessen findet häufig ein ähnlich wichtiger Austausch wie in den Sessions statt, nur in kleineren und dezentraleren Gesprächen bei Kaffee oder Tee. Bei Online-Barcamps sollte bedacht werden, dass „richtige“ Pausen und Vernetzungsaktivitäten zwei unterschiedliche Ziele verfolgen und ggf. gesondert eingeplant werden müssen. 
  • Sessionvorstellungen: Die Sessionvorstellungen, auch „Session Pitches“ genannt, findet typischerweise zu Beginn eines Tages statt. Bei ganztägigen Veranstaltungen können zusätzliche plenare Phasen, z.B. nach einer Mittagspause eingeplant werden. Für Online-Barcamps entfällt der Aufwand, der mit dem Versammeln in einem Raum und dem Wechsel in die Sessionräume entsteht. Deswegen lassen sich die Sessionvorstellungen hier alternativ aufteilen. Es gibt gute Erfahrungen damit, zu Beginn jedes Sessionblocks eine Runde an Sessionvorstellungen zu machen, die sich immer nur auf die jetzt anstehenden Sessions bezieht. 
  • unterschiedliche Sessiondauer: Wie oben beschrieben kann es sowohl „Speed-Sessions“ (z.B. 20 Minuten) als auch „Marathon-Sessions“ (z.B. 2,5 Stunden) geben. Prinzipiell lassen sich bei einem längeren Barcamp auch unterschiedliche Sessiondauern verbinden, beispielsweise mit mehreren Speed-Sessions am Vormittag und einer Marathon-Session am Nachmittag. Nicht empfehlenswert sind unterschiedlich lange Dauern, die gleichzeitig stattfinden, also beispielsweise 2-stündige Sessions parallel zu mehreren 30-minütigen Sessions zu legen. Hier wird die Struktur schnell unübersichtlich. Zudem neigen Teilnehmende dazu, die längeren Sessions in diesem Format zu vernachlässigen, weil sie sonst „zu viel anderes verpassen“. 
  • Kombination mit anderen Formaten: Das Barcamp-Format kann gut mit anderen Formaten kombiniert werden. Beliebt ist das Format, bei dem eine eröffnende Keynote den gemeinsamen Auftakt bildet und anschließend in den Barcamp-Modus gewechselt wird. Es kann auch eine Phase von vorab geplanten Workshops und Vorträgen geben, danach eine Phase von Barcamp-Sessions. Die Erfahrungen mit einer Mischung der Formate sind weniger gut, wenn vorab geplantes Programm und Sessions parallel zueinander stattfinden. Viele Teilnehmende neigen dann zu dem (vermeintlich) „sicheren“ Programm. Deswegen gilt: Das Barcamp-Format kann gut mit anderen Formaten kombiniert, sollten aber nicht damit vermischt werden.

Wichtig: Puffer nach der Sessionplanung!

Die Sessionplanung ist das zeitlich unvorhersehbarste Element der Zeitplanung. Man kann vorab nicht wissen, wie viele Sessions vorgestellt werden, wie zügig die Vorstellung läuft und ob der Sessionplan schnell finalisiert werden kann oder ob es zusätzlichen Klärungsbedarf gibt. Vor diesem Hintergrund sollte unbedingt eine längere Pausenzeit nach der Sessionplanung vorhanden sein, die auch als Puffer verwendet werden kann. Falls die Sessionplanung länger dauert, kann die Pause entsprechend gekürzt werden. Und falls es Komplikationen beim Fertigstellen des Sessionplans gibt, können die Teilnehmenden schon in die Pause entlassen werden und den Sessionplan am Ende der Pause bekommen. Plant man an dieser Stelle keinen Puffer ein, so kann es bei einer längeren Sessionplanung passieren, dass die ersten Sessions zu spät anfangen, sodass entweder diese darunter leiden oder die Zeitstruktur für den ganzen Tag ins Wanken gerät.

Dieses Material wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erstellt.

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Ein Flipped-Barcamp – Sessions vorab als Video bereitstellen und dann synchron diskutieren

Eine Musterkonzeption für eine Barcamp-Variante von Jöran Muuß-Merholz

Flipped Barcamp | Jula Henke für J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), CC BY 4.0

Für das Format Barcamp gibt es inzwischen zahlreiche Varianten, sowohl für Präsenz- als auch für Online-Veranstaltungen. Eine besondere Variante ist das Flipped Barcamp, bei dem alle Inputs vorab bereitgestellt werden, z.B. als Video oder als Text. Bei den Sessions am Barcamp-Tag kann dann die volle Zeit für Diskussion und Austausch genutzt werden. Wir stellen Varianten vor und eine Musterkonzeption zum Download bereit.

Das Konzept eines Flipped Barcamps kombiniert zwei Formate, zu denen bereits Praxiserfahrungen vorliegen:

  • das Unkonferenz-Format Barcamp, bei dem das Programm von den Teilnehmenden selbst gestaltet wird (mehr dazu in unserem Themenschwerpunkt zu Barcamps)
  • das Format der Flipped Konferenz (oder anderer Bildungsveranstaltungen), bei der bestimmte Teile ins Vorfeld des gemeinsamen Treffens gezogen werden, beispielsweise die Inputs als Videos oder Text (mehr dazu bei ebildungslabor)

Flipped Barcamp

Für ein Barcamp im „geflippten“ Format wird vereinbart, dass Inputphasen und Diskussionsphasen zeitlich voneinander getrennt werden. Die Inputs werden in einem vereinbarten Zeitraum für alle Teilnehmenden (oder öffentlich) bereitgestellt, beispielsweise als ein Video, Audio oder Text. Alle, die an einer Session teilnehmen wollen, müssen den Input vor dem Veranstaltungstag wahrnehmen. Am Barcamp-Tag selbst findet das Programm dann wie bei Barcamps üblich in parallelen Sessions statt. In den Sessions kann dann die volle Dauer für Diskussionen, Austausch oder gemeinsame Arbeit genutzt werden.

Im Vergleich zum normalen Barcamp-Format muss in diesem Fall die Sessionplanung mit zeitlichem Vorlauf geschehen und kann nicht spontan am Veranstaltungstag stattfinden. Denn für die Inputs zu den Sessions braucht es einige Tage (oder Wochen) Zeit, so dass andere Teilnehmende sie vor dem Veranstaltungstag wahrnehmen können.

Motivation und Varianten

Das Format ist für potentielle Teilnehmende ungewohnt und verhältnismäßig anspruchsvoll, weil der eigene Beitrag 1. bei einer neuartigen Veranstaltung, 2. vorab angekündigt und fertiggestellt, 3. öffentlich und permanent bereitgestellt und 4. explizit zur Diskussion gestellt werden muss. Vor diesem Hintergrund muss die Motivation von Seiten der Teilnehmenden besonders hoch sein, sich auch in dieser Form als Teilgebende einzubringen.

Bei einer Teilzeit-Variante des Formats wird bei einem normalen Barcamp ein Zeitslot gesondert für Flipped Sessions vorgesehen, während die anderen Zeitslots im gewohnten Modus funktionieren. Auf diese Weise können schrittweise Erfahrungen mit dem Vorgehen gesammelt werden. Teilnehmende haben als Teilgebende die Wahl, in welchem Format sie arbeiten möchten.
Denkbar ist auch eine hybride Variante, bei der das Barcamp in Präsenz stattfindet, während der Input flipped asynchron vor der Veranstaltung stattfindet, in dem er online bereitgestellt wird. Als Kombination ist auch eine hybride Teilzeit-Variante eine Option für Präsenz-Barcamps, die einzelne Sessionslots für flipped Sessions vorsehen.

Ist es ein Event oder eine Materialsammlung?

Wenn die Inputs öffentlich online bereitgestellt werden, verschwimmen beim Flipped Barcamp die Grenzen zwischen einer Veranstaltung im Sinne eines punktuellen Events und einer Materialsammlung, nahe einer dauerhaften Publikation. Denn die Inputs als Video, Audio oder Text stehen nicht nur den Teilnehmenden des Barcamps und nicht nur bis zum Veranstaltungstag zur Verfügung. Auf diese Weise kann es gut sein, dass ein solches Material für eine Session 10 Personen und in den folgenden Monaten und Jahren Hunderte von Personen erreicht. Je nach Zielsetzung kann entweder die Materialsammlung oder die Veranstaltung als Hauptsache und das andere als „erwünschte Nebenwirkung“ gesehen werden. Denkbar ist zum Beispiel, dass eine Publikation (z.B. eine Sammelband) veröffentlicht und dann eine begleitende Veranstaltung geplant wird. Damit ein solches Format noch den Titel „Barcamp“ verträgt, muss eine solche Publikation aber für alle interessierten zur Mitwirkung offenstehen.

Musterkonzeption

Wir stellen als selbstlernen-Material eine Musterkonzeption für ein Flipped Barcamp bereit. Es handelt sich um die vereinfachte Konzeption für eine Großveranstaltung, die 2020 durchgeführt wurde.

Dieses Material wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erstellt.

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Folien: Methoden beim Online-Lernen – Chat-Gewitter, Emoji-Gewitter, GIF-Gewitter und #TIL-Storm

Kennenlernen und Eisbrechen, Einstieg und Abschluss in Online-Konferenzen

Cat Laptop - Idil Keysan - Wikimedia Giphy stickers 2019

Grafik „Cat Laptop – Idil Keysan – Wikimedia Giphy stickers 2019.gif“ von Idil Keysan for the Wikimedia Foundation, CC BY 4.0 via Wikimedia Commons

Bei Videokonferenzen, Webinaren, digitalen Tagungen, Online-Barcamps & Co. gibt es so gut wie immer einen Textchat. Dieser lässt sich kreativ und produktiv einsetzen, so dass alle Teilnehmenden aktiv werden und aus vielen einzelnen Beiträge ein Mosaikbild, beispielsweise zur Stimmung der Teilnehmenden sichtbar wird. Wir stellen vier Methoden vor, die sich sofort umsetzen lassen, inklusive Folien zum Kopieren.

Der Chat als Webinar-Methode: ein Mosaik aus vielen Bausteinen

Eine besondere Eigenschaft des Textchats ist die Gleichzeitigkeit: Ob 10 oder 100 Personen – hier können alle Teilnehmenden gleichzeitig aktiv werden. Die Methode passt immer dann, wenn es nicht darum geht, eine bestimmte oder „die richtige“ Antwort zu finden, sondern aus vielen einzelnen Bausteinen ein Gesamtbild zusammenzusetzen, wie ein Mosaik. Bei Online-Veranstaltungen ist das häufig zum Einstieg, zum Ende oder für einen gemeinsamen Zwischenstopp sinnvoll.

Das Vorgehen ist einfach: Die Moderation stellt eine Aufgabe bzw. Frage, mündlich und auf einer Folie. Dann schreiben alle Teilnehmenden ihre Antwort in den Chat. Um den Effekt des „Gewitters“ zu verstärken, kann vereinbart werden, dass alle die Antwort tippen und noch nicht absenden, sondern erst auf Kommando („3-2-1-los!“) auf „Senden“ klicken. Je nach Thema kann es für die Moderation sinnvoll sein, den Teilnehmenden Zeit zum Stöbern in den Antworten zu geben oder die Ergebnisse vorzulesen.

Beispiele für Fragen zum Chat-Gewitter

… zum Einstieg: „Bitte schreibe in den Chat …“

  • … Deinen geographischen Ort / Dein Bundesland
  • … die Außentemperatur bei Dir
  • … das Getränk in Deiner Nähe
  • … Deinen Beruf
  • … Dein Alter

… für einen Zwischenstand oder einen Abschluss: „Bitte schreibe in den Chat …“

  • … wie es Dir jetzt geht.
  • … eine Sache, die Du heute gelernt hast.
  • … eine Frage, die sich heute für Dich neu gestellt hat.
  • … eine Sache, die Du ab morgen anders machen willst.
  • … eine Sache, die Dir heute richtig gut gefallen hat.
  • … ein Thema, das beim nächsten Mal behandelt werden sollte.

… für eine Sammlung zum Thema oder zur Veranschaulichung der „Gruppenpower“: „Bitte schreibe in den Chat …“

  • … eine aktuelle Buchempfehlung
  • … die letzte Fernseh-Serie, die Du komplett angeschaut hast
  • … eine Podcast-Empfehlung
  • … eine Lese-Empfehlung zum Thema

 

Variante: Chat-Gewitter mit Emojis 😺

Statt über Textnachrichten können Antworten auch in Form von Emojis gegeben werden. (Da viele Menschen nicht wissen, wie sie auf „stationären“ Tastaturen Emojis auswählen, empfiehlt sich eine kleine Anleitung dazu.)

Anleitung zum Emoji-Chatten, Auszug aus dem unten verlinkten Material, freigegeben als CC0

 

Variante: GIF-Gewitter

Einige Plattformen erlauben im Chat die direkte Anzeige von GIFs, also animierten Grafiken. (Stand November 2020 ist das z.B. MS Teams, aber nicht BBB oder Zoom.) Werden viele Antworten gleichzeitig als GIF gegeben, verstärkt sich der „Gewitter“-Effekt deutlich. Möglicherweise wird dadurch auch das genutzte Programm kurzzeitig verlangsamt – dazu sollte die Moderation „vorwarnen“.

Variante: #TIL-Storm

Für den Abschluss von längeren Veranstaltungen gibt es bei Präsenzveranstaltungen sehr gute Erfahrungen mit einem „#til-Storm“ (hier beschrieben). Diese Methode lässt sich eins-zu-eins auf den Textchat übertragen. „#TIL“ steht für „today I learned“. Dabei schreiben alle Teilnehmenden im Chat eine konkrete Sache, die sie heute gelernt haben.

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  • Bereich: Online-Methoden | Form: Folien
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Dieses Material wurde im Rahmen des Projektes #OERcamp 2020 erstellt.

Creative Commons LizenzUrheberin dieses Materials: Agentur J&K – Jöran und Konsorten im Rahmen des Projektes #OERcamp (2020) | https://selbstlernen.net | Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0 | Finanzierung: gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) | mehr Materialien: selbstlernen.net

Vorlage: Kennenlern-Übungen in Zoom: Kennenlern-Bingo

Anleitung zum Material

OERcamp 2018 Kennenlern-Bingo | Chris Dies für J&K – Jöran und Konsorten, CC BY 4.0

Bei Online-Veranstaltungen stellen interaktive Übungen für größere Gruppen eine gewisse Herausforderung dar. Beim Kennenlern-Bingo kann man viel Aktivität für alle, einen Einstieg ins Thema und gegenseitiges Kennenlernen miteinander verbinden. Und das Gute: Das funktioniert auch in Zoom (und mit BBB, MS Teams, Google Meets und allen anderen Videokonferenzen, die Breakout-Räume (bald) ermöglichen.) Wir erklären das Vorgehen und bieten eine Vorlage zum Download an.

Kennenlern-Bingo als Icebreaker, Warm-Up und Kennenlernübung

Das Kennenlern-Bingo ist als Methode zum Kennenlernen, Warmwerden und Eisbrechen offline gut erprobt. Bei Barcamps haben wir diese Methode oft zum Start eingesetzt, weil das Format Barcamp die Peer-to-peer-Kommunikation in den Mittelpunkt stellt – und genau das passiert beim Kennenlern-Bingo. Jede*r kann mit jedem sprechen und dabei eigene Schwerpunkte setzen, und gleichzeitig gibt es einen gemeinsamen Rahmen für alle.

Konkret geht das geht so:

  1. Jede*r bekommt eine „Bingo-Karte“, das ist ein Zettel mit Kurzanleitung und beispielsweise 4×4 quadratischen Feldern.
  2. In jedem Feld steht eine Eigenschaft, die für mindestens einige, aber nicht für alle Personen im Raum gilt.
  3. Alle bekommen dieselbe Karte. (Es gibt also nicht wie beim ursprünglichen Bingo unterschiedliche Angaben in den Feldern.)
  4. Nun ist die Aufgabe einfach: Für jedes Feld muss man unter den anderen Teilnehmenden eine Person finden, auf die die jeweilige Eigenschaft zutrifft. Hat man eine Person gefunden, notiert man sich den Namen der Person im entsprechenden Feld oder macht einfach ein großes Kreuz in das Feld.
  5. Man muss schnell „weiterziehen“ und mit weiteren Menschen sprechen. Denn pro gesprochene Person darf nur ein Feld abgehakt werden.
  6. Das Ziel ist ein „Bingo!“. Das entsteht, wenn man in einer Reihe nebeneinander oder untereinander alle Felder abgekreuzt hat.
  7. Wir haben dabei in der Regel ein Zeitvorgabe gemacht, also beispielsweise 5 Minuten als Gesamtdauer vorgegeben. Wer ein Bingo hat, kann weiterspielen und ein doppeltes oder gar dreifaches Bingo anstreben (also zwei oder drei Reihen „voll bekommen“).
  8. In Präsenzveranstaltungen entsteht bei dieser Methode schnell ein großes Summen wie im Bienenschwarm, früher oder später durch laute „BINGO!”-Rufe unterbrochen.

Und so geht die Umsetzung online:

  • Die Bingokarten können zwar auch digital auf einem Bildschirm genutzt werden. Aber im Idealfall haben alle Teilnehmenden sie vorher ausgedruckt (oder sogar per Post geschickt) bekommen.
  • Je nach genutzter Plattform kann die Gesprächssituation in kleinen Gruppen unterschiedlich hergestellt werden. Bei Plattformen, bei denen man frei „herumwandern“ kann, wie z.B. wonder.me, geht das fast von alleine. Bei Zoom oder anderen Diensten, die Breakout-Gruppen erlauben, haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, alle 2 Minuten neue 4er-Gruppen per Zufall zusammenzustellen.

 

Moderation und Auflösung

Wenn zum Abschluss des Bingos die Teilnehmenden ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Moderation richten, folgt die Auflösung – und die ist fast genau so wichtig wie das Bingospielen selbst. Erstmal können diejenigen, die ein oder mehrere Bingos hatten, kurz hervorgehoben werden. Zum anderen werden jetzt alle Eigenschaften auf der Bingokarte noch einmal nacheinander aufgerufen, und alle Teilnehmenden, auf die die Eigenschaft zutrifft, heben die Hand (bzw. etwas entsprechendes, was die Videokonferenz-Software so erlaubt). Die Moderation ermuntert dabei, dass man sich währenddessen umschaut, wer sich meldet, und damit das Gefühl für die Gruppe schärfen kann.

Unten haben wir noch einige praktische Tipps, ein Material zum Download und ein Erklärvideo zusammengestellt.

Karte Bingo mit 4x4 Feldern

Kennenlern-Bingo vom #SDDcamp (CC0)

 

Tipps für die Methode Kennenlern-Bingo

Bei der Auswahl der konkreten Fragen bzw. Eigenschaften für die Bingofelder bieten sich unterschiedliche Bereiche an:

  • zum Einstieg, also möglichst niedrigschwellig angesetzte Dinge, wie z.B. „… die zum ersten Mal bei einem Barcamp sind.“
  • zur Person, also auf das Kennenlernen ausgerichtet, wie z.B. „… deren Vornamen mit einem Vokal beginnt.“
  • zum Thema, also auf den Einstieg in die Sache ausgerichtet, wie z.B. „… die zum Thema des Barcamps schon mehr als 10 Jahre Erfahrung hat.“

 

Noch einige zusätzliche Tipps:

  • Wichtig ist, dass die Eigenschaften nicht zu exotisch, sondern tatsächlich in der Gruppe zu finden sind.
  • Die Bingokarte funktioniert auch mit 3×3 oder 5×5 Feldern.
  • In der Moderation sollte darauf hingewiesen werden, dass die Schnelligkeit und die Kürze der Gespräche gewollt ist. Es ist eine Methode zum Warmwerden. Und für tiefergehende Gespräche ist ja noch die weitere Veranstaltung da.
  • Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, am Ende des Kennenlern-Bingos noch eine Zusatzaufgabe zu stellen: „Bitte schreibt eine Sache in den Chat, die man bei einem zukünftigen Kennenlern-Bingo als Eigenschaft nutzen könnte!“ Dabei kommen viele gute Ideen zusammen.

Die Bausteine unter der Lupe

Jöran Muuß-Merholz erklärt in diesem Video wie das Kennenlern-Bingo funktioniert .

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  • Bereich: Methoden (Online) | Form: Vorlage
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  • In Google Drive kann über den Menupunkt „Datei“ eine Kopie angelegt oder eine word- oder odt-Version heruntergeladen geladen werden. 

Dieses Material wurde im Rahmen des Projektes #OERcamp 2020 erstellt.

Creative Commons LizenzUrheberin dieses Materials: Agentur J&K – Jöran und Konsorten im Rahmen des Projektes #OERcamp (2020) | https://selbstlernen.net | Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0 | Finanzierung: gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) | mehr Materialien: selbstlernen.net

Vorlage: Ein digitaler Sessionplan für Barcamps und Online-Barcamps

Sessionplanung mit digitalem Stundenplan

Digitaler Sessionplan

Ein digitaler Sessionplan (OERcamp meets Educamp) | J&K – Jöran und Konsorten fürs OERcamp, CC BY 4.0

Unsere Kopiervorlage für einen digitalen Sessionplan lässt sich sowohl für Barcamps „in real life“ als auch für Online-Barcamps einsetzen. Wenn sie zusammen mit einem Online-Formular für die Sessionvorschläge eingesetzt werden, gibt es einige zusätzlichen Features für den „Stundenplan“ zu Unkonferenzen.

Ein ausführlicher Sessionplan als digitale Vorlage

Menschen an der Pinnwand bei der Sessionplanung

An der Pinnwand der Sessionplanung. CC BY 4.0 | Tilman Vogler fuer OERde17

Schon länger gibt es verschiedene Formen von digitalen Sessionplänen. Dabei kommen entweder spezialisiertere Anbieter wie z.B. Camper oder generische Dienste wie z.B. Google Docs zum Einsatz. Letzteres spielt seine Vorteile aus, wenn es um kollaborative und live-nachvollziehbare Aktualisierungen geht. Außerdem lassen sich Textdokumente mit Tabellen, Formatierungen oder Grafiken individuell anpassen. Unsere Vorlage ist ein Google Doc, in dem der Sessionplan in einer Tabelle abgebildet wird.

Wir haben diese Fassung auf Basis einer jahrelang erprobten Vorlage erstellt und dabei Features ergänzt, die bei Online-Barcamps besonders wichtig oder überhaupt erst möglich werden. Für die praktische Umsetzung haben wir sehr gute Erfahrung in Kombination mit einem Online-Formular für die Sessioneinreichung (Kopiervorlage: https://www.selbstlernen.net/online-formular-sessionvorschlaege/) genutzt.

Erweiterte Möglichkeiten beim Online-Barcamp

Es gibt einige Punkte, die bei einem Online-Barcamp tendenziell einfacher möglich sind und die sich entsprechend im Sessionplan abbilden lassen:

Die digitale Erfassung der Texte erleichtert es, zusätzliche Inhalte zu erfassen, zum Beispiel einen kurzen Beschreibungstext oder Links zur Vorbereitung.
Es lassen sich Kategorien abfragen, die man über Symbole im Sessionplan abbilden kann. Im vorliegenden Beispiel wurden Emojis für das Format der Session verwendet: 👩‍🏫 Input | ⁉️ AMA – Ask Me Anything | 💬 Austausch | 🧰 Ausprobieren
Neben dem eigentlichen Sessionplan können zusätzliche Informationen geboten werden, beispielsweise kann man einen Zeitplan über oder zusätzlicher Erklärungen unter den Plan setzen.
Die Sessionräume und Dokumente zur Dokumentation können direkt bei jeder Session verlinkt sein.
Wenn Sessions als Video aufgezeichnet werden, sollten sich alle Beteiligten von Beginn an darüber im Klaren sein. Deswegen kann der Sessionplan einen entsprechenden Hinweis bieten, z.B. „Die mit einem ® gekennzeichneten Sessions werden von den Sessiongebenden aufgezeichnet. Dir ist es freigestellt, ob Du diese Sessions besuchen möchtest, auch kannst Du Dein Mikro und Deine Kamera ausschalten.“
Bei der Umsetzung des Plans auf diesem Weg gibt es noch zwei Besonderheiten zu beachten, die sich von den (von uns bisher verwendeten) Standards unterscheiden:

Selbst im Querformat wird es eng, wenn mehr als 5 oder 6 Spalten nebeneinander untergebracht werden müssen. Bei Barcamps mit mehr als 5 parallelen Sessions haben wir den Plan daher umgedreht (für Tabellennerds: „transponiert“), also die Zeiten auf Spalten statt auf Zeilen verteilt.
Bei Sessionplänen, die (auch) auf Papier genutzt wurden, haben wir es bewusst nicht ermöglicht, noch im Laufe des Tages nachträglich Sessions in den Plan aufzunehmen. (Hintergrund sind schlechte Erfahrungen damit, dass dann unterschiedliche Fassungen des Plans kursieren.) In der digitalen Form wird der Plan fast ausschließlich in der „live“ aktualisierten Form genutzt, so dass auch nachträgliche Ergänzungen in der Breite wahrgenommen werden.

Die Bausteine des Sessionplans unter der Lupe

Jöran Muuß-Merholz erklärt in diesem Video den Aufbau der Vorlage.

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  • Bereich: Online-Barcamp & Sessions | Form: Vorlage
  • Download: Google Doc | PDF
  • In Google Drive kann über den Menupunkt „Datei“ eine Kopie angelegt oder eine word- oder odt-Version heruntergeladen geladen werden. 

Dieses Material wurde im Rahmen des Projektes #OERcamp 2020 erstellt.

Creative Commons LizenzUrheberin dieses Materials: Agentur J&K – Jöran und Konsorten im Rahmen des Projektes #OERcamp (2020) | https://selbstlernen.net | Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0 | Finanzierung: gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) | mehr Materialien: selbstlernen.net

Vorlage: Ein Online-Formular für Barcamp-Sessionvorschläge

(Online-)Barcamps einfacher organisieren mit digitalen Sessionzetteln

Am Anfang jedes Barcamps stehen die Sessionvorschläge der Teilnehmenden. Für Online-Barcamps ist eine digitale Variante für die Vorschlagszettel gut geeignet. Unsere Kopiervorlage für digitale Sessionvorschläge bietet ein umfassendes Formular, in dem nach Bedarf auch erweiterte Funktionen wie Kategorien, Aufzeichnungen oder Flipped Sessions abgefragt werden können.

Sessionvorschlagszettelbriefkasten | Jula Henke für J&K – Jöran und Konsorten, CC BY 4.0
Sessionvorschlagzettel
Sessionvorschlagszettel vom OERcamp | J&K – Jöran und Konsorten, CC BY 4.0

Bei Barcamps „in real life“ füllen alle Personen, die eine Session anbieten möchten, einen Zettel aus, in dem sie ihre Session kurz beschreiben. Bei einem Online-Barcamp lässt sich das gut über einen „digitalen Zettel“ umsetzen – zum Beispiel mit einem Formular. Vordefinierte Felder helfen dabei, einen informativen und übersichtlichen Sessionplan zu erstellen.

 Das Verfahren ist einfach:

  1. unsere Vorlage kopieren
  2. die Felder nach eigenem Bedarf anpassen
  3. das Formular veröffentlichen und den Link mitteilen
  4. eingehende Sessionvorschläge in einen Sessionplan einfügen
  5. Sessionplan teilen – und frohes Barcampen!

Das Formular wurde für Online-Barcamps entwickelt. Prinzipiell eignet es sich auch für Präsenzveranstaltungen. Dazu gibt es bisher allerdings wenige Praxiserfahrungen. (Wer Erfahrungen hat, kann das gerne unten über die Kommentare teilen!) Das volle Potenzial spielt die Variante des Formulars dann aus, wenn 1. viele Sessions schon im Vorfeld des Barcamps eingesammelt und 2. in einen Sessionplan mit ausführlicher Darstellung übernommen werden können. Einen entsprechend ausführlichen Sessionplan stellen wir im Herbst 2020 in einem gesonderten Artikel vor und als Vorlage zum Download bereit.

Die Bausteine des Formulars unter der Lupe​

Im folgenden Video erklärt Jöran Muuß-Merholz die einzelnen Komponenten der Vorlage.

Download

Ein Icon stellt eine Papier-Vorlage dar
OERcamo Logo Bildmarke
  • Bereich: Online-Barcamp & Sessions | Form: Formular
  • Download: Formular | Google Doc | PDF
  • In Google Drive kann über den Menupunkt „Datei“ eine Kopie angelegt oder eine word- oder odt-Version heruntergeladen geladen werden. 

Dieses Material wurde im Rahmen des Projektes #OERcamp 2020 erstellt.

Creative Commons LizenzUrheberin dieses Materials: Agentur J&K – Jöran und Konsorten im Rahmen des Projektes #OERcamp (2020) | https://selbstlernen.net | Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0 | Finanzierung: gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) | mehr Materialien: selbstlernen.net