Kennenlernen und Eisbrechen, Einstieg und Abschluss in Online-Konferenzen

Bei Videokonferenzen, Webinaren, digitalen Tagungen, Online-Barcamps & Co. gibt es so gut wie immer einen Textchat. Dieser lässt sich kreativ und produktiv einsetzen, so dass alle Teilnehmenden aktiv werden und aus vielen einzelnen Beiträge ein Mosaikbild, beispielsweise zur Stimmung der Teilnehmenden sichtbar wird. Wir stellen vier Methoden vor, die sich sofort umsetzen lassen, inklusive Folien zum Kopieren.

Cat Laptop - Idil Keysan - Wikimedia Giphy stickers 2019
Grafik „Cat Laptop – Idil Keysan – Wikimedia Giphy stickers 2019.gif“ von Idil Keysan for the Wikimedia Foundation, CC BY 4.0 via Wikimedia Commons

Der Chat als Webinar-Methode: ein Mosaik aus vielen Bausteinen

Eine besondere Eigenschaft des Textchats ist die Gleichzeitigkeit: Ob 10 oder 100 Personen – hier können alle Teilnehmenden gleichzeitig aktiv werden. Die Methode passt immer dann, wenn es nicht darum geht, eine bestimmte oder „die richtige“ Antwort zu finden, sondern aus vielen einzelnen Bausteinen ein Gesamtbild zusammenzusetzen, wie ein Mosaik. Bei Online-Veranstaltungen ist das häufig zum Einstieg, zum Ende oder für einen gemeinsamen Zwischenstopp sinnvoll.

Das Vorgehen ist einfach: Die Moderation stellt eine Aufgabe bzw. Frage, mündlich und auf einer Folie. Dann schreiben alle Teilnehmenden ihre Antwort in den Chat. Um den Effekt des „Gewitters“ zu verstärken, kann vereinbart werden, dass alle die Antwort tippen und noch nicht absenden, sondern erst auf Kommando („3-2-1-los!“) auf „Senden“ klicken. Je nach Thema kann es für die Moderation sinnvoll sein, den Teilnehmenden Zeit zum Stöbern in den Antworten zu geben oder die Ergebnisse vorzulesen.

Beispiele für Fragen zum Chat-Gewitter

… zum Einstieg:
„Bitte schreibe in den Chat …“

  • … Deinen geographischen Ort / Dein Bundesland
  • … die Außentemperatur bei Dir
  • … das Getränk in Deiner Nähe
  • … Deinen Beruf
  • … Dein Alter

… für einen Zwischenstand oder einen Abschluss:
„Bitte schreibe in den Chat …“

  • … wie es Dir jetzt geht.
  • … eine Sache, die Du heute gelernt hast.
  • … eine Frage, die sich heute für Dich neu gestellt hat.
  • … eine Sache, die Du ab morgen anders machen willst.
  • … eine Sache, die Dir heute richtig gut gefallen hat.
  • … ein Thema, das beim nächsten Mal behandelt werden sollte.

… für eine Sammlung zum Thema oder zur Veranschaulichung der „Gruppenpower“:
„Bitte schreibe in den Chat …“

  • … eine aktuelle Buchempfehlung
  • … die letzte Fernseh-Serie, die Du komplett angeschaut hast
  • … eine Podcast-Empfehlung
  • … eine Lese-Empfehlung zum Thema

Variante: Chat-Gewitter mit Emojis 😺

Statt über Textnachrichten können Antworten auch in Form von Emojis gegeben werden. (Da viele Menschen nicht wissen, wie sie auf „stationären“ Tastaturen Emojis auswählen, empfiehlt sich eine kleine Anleitung dazu.)

Anleitung zum Emoji-Chatten, Auszug aus dem unten verlinkten Material, freigegeben als CC0

Variante: GIF-Gewitter

Einige Plattformen erlauben im Chat die direkte Anzeige von GIFs, also animierten Grafiken. (Stand November 2020 ist das z.B. MS Teams, aber nicht BBB oder Zoom.) Werden viele Antworten gleichzeitig als GIF gegeben, verstärkt sich der „Gewitter“-Effekt deutlich. Möglicherweise wird dadurch auch das genutzte Programm kurzzeitig verlangsamt – dazu sollte die Moderation „vorwarnen“.

Variante: #TIL-Storm

Für den Abschluss von längeren Veranstaltungen gibt es bei Präsenzveranstaltungen sehr gute Erfahrungen mit einem „#til-Storm“ (hier beschrieben). Diese Methode lässt sich eins-zu-eins auf den Textchat übertragen. „#TIL“ steht für „today I learned“. Dabei schreiben alle Teilnehmenden im Chat eine konkrete Sache, die sie heute gelernt haben.

Einfache Präsentationsfolien mit Anleitungen für Chat-Gewitter, Emoji-Gewitter, GIF-Gewitter, #TIL-Storm

⇒ zum Material (Download)


Creative Commons LizenzUrheberin dieses Materials: Agentur J&K – Jöran und Konsorten im Rahmen des Projektes ​#OERcamp (2020) | https://selbstlernen.net | Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0 | Finanzierung: gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) | mehr Materialien: selbstlernen.net

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