Kooperatives Online-Lernen – Teil 3 – gemeinsam Texte erstellen

Ein bunter Strauß verschiedener Tools zur gemeinsamen Texterstellung

Kollaboration | Jula Henke für J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), CC BY 4.0

Gemeinsam Texte zu erstellen war technisch nie so leicht möglich, wie mit cloudbasierten Anwendungen. Tools wie Etherpads, Microsoft 365, Google Docs oder HackMD bieten verschiedenste Möglichkeiten der Zusammenarbeit, des „Zusammendenkens“. Auf welch unterschiedliche Arten sie das Dokumentieren der eigenen Arbeit begleiten, zeigen wir in diesem Artikel.

Online Texte bearbeiten vs. offline Texte bearbeiten

Der unschlagbare Vorteil von Texten, die in kooperativen Online-Anwendungen erstellt werden, ist die Aktualität. Jede Person, die das Dokument aufruft, hat zu jeder Zeit ein aktuelles Dokument vor sich. Damit müssen keine Anhänge mehr verschickt werden, es liegen auf dem eigenen Rechner nicht mehrere Duplikate ein und derselben Datei. Aber damit nicht genug, wer über den Zugangslink verfügt, kann sogar in Echtzeit mitverfolgen, wer welche Veränderungen vornimmt. Um strukturiert zusammenarbeiten zu können, bieten sich Vereinbarungen dazu an, wie Veränderungen vorgenommen werden dürfen. So können beispielsweise kleine Typofehler ohne Absprache mit anderen verbessert werden – bei inhaltlichen Fragen kann ein anderes Vorgehen hilfreich sein. Diese Absprachen erfordern etwas Übung und Abstimmung in den Vereinbarungen. Hier muss nichts in Stein gemeißelt sein, aber eine gute Vorbereitung dazu bietet sich dennoch an. Das ermöglicht zeit(un)gleiches Arbeiten, ohne dass eine Information im Dokument verloren geht, weil unterschiedliche Versionen existieren. Und falls doch einmal die besonders gute Formulierung vom Vortag nicht mehr auffindbar ist, kann sie über den Versionsverlauf wieder hergestellt werden.

Einige Tools zur kooperativen Texterstellung und ihre Unterschiede

Es gibt eine Vielzahl an Online-Texttools, die Online-Kooperation ermöglichen. Hier stellen wir einige der bekannteren Anwendungen vor. Jede hat ihre eigenen Schwerpunkte für gemeinsames Arbeiten.

Etherpads

Screenshot eines Etherpad


Etherpads gibt es bereits seit 2008 und gehört damit zu den Urgesteinen. Sie sind niedrigschwellig zugänglich, weil sie direkt im Browser von jeder Person genutzt werden können, die den entsprechenden Link besitzt. Die Pads sind sehr textzentriert – Etherpads sind das einzige hier vorgestellte Tool, bei dem Einbindungen von Fotos und Videos nicht möglich sind. Dafür kann anhand eines Farbcodes nachvollzogen werden, wer was geschrieben hat. Etherpads können auf dem eigenen Server gehostet werden. Gute Alternativen zum eigenen Hosting sind auch Yopad und Cryptpad. Wer mehr wissen will, findet in diesem Video einen kurzen Einblick in die Nutzung von Etherpads im digitalen Distanzunterricht.

Microsoft 365

Screenshot Microsoft 365


Mit Microsoft 365 wird die Möglichkeit geboten, Office Anwendungen wie Microsoft Word, PowerPoint und Excel cloudbasiert zu nutzen. Hier können alle Werkzeuge, die aus den Standardversionen bekannt sind, mit anderen gemeinsam genutzt werden. Dies hat den Vorteil, dass sich viele Personen schon sicher auf der Oberfläche bewegen. Allerdings benötigt man zur Nutzung von Microsoft 365 ein entsprechendes Abo, das kostenpflichtig zu erwerben ist. Das betrifft alle am Dokument arbeitenden Personen.

Google Docs

Screenshot Google Doc


Google Docs – auch Google Dokumente genannt – hat ähnlich umfangreiche Formatierungsmöglichkeiten wie Microsoft Word. Für die kooperative Arbeit sind darüber hinaus bei beiden Tools die Kommentarfunktion und der Bearbeitungsmodus sehr hilfreich. Zum Anlegen eines Dokuments braucht man einen (kostenlosen) Google Account, mitgearbeitet kann auch ohne einen Account (via Linkfreigabe) werden.

HackMD/Markdown

Screenshot HackMD


Das Tool HackMD sieht auf den ersten Blick danach aus, als wäre es vor allem für fortgeschrittene Anwender*innen interessant. Im Vordergrund steht hier die Arbeit mit Markdown, also einer Programmiersprache, die es ermöglicht, Text direkt beim Schreiben zu formatieren. Auf der Bedienoberfläche, die an einen Hackerfilm erinnert, wird mit einfachen(!) Formatierungsbefehlen der Inhalt erstellt. Zusätzlich gibt es noch eine veröffentlichte Ansicht, die den formatierten Text darstellt. Sie hat den Vorteil, dass sie wie eine Website von Externen betrachtet werden kann – sogar während im Hintergrund der Inhalt bearbeitet wird. Dass die Arbeit mit Markdown-Tools wie HackMD oder HedgeDoc keine Zauberei ist, zeigt Nele Hirsch in ihrer Kurzvorstellung von CodiMD:

Gut gerüstet für verschiedenste Einsatzzwecke

Da jedes der hier vorgestellten Tools den Schwerpunkt unterschiedlich setzt, gibt es in der Auswahl natürlich persönliche Präferenzen. Es bietet sich an, die Tools auszuprobieren und kennen zu lernen.
Die Auswahl ist jedoch nicht nur von persönlichen Vorlieben abhängig, sondern vor allem vom angestrebten Einsatz. Typische Settings für kooperatives Arbeiten an Texten sind beispielsweise Dokumentationen von Workshops, Barcamp-Sessions und anderen Bildungsveranstaltungen. Auch die Entwicklung von Konzepten und Anträgen sind hier gut umsetzbar. Protokolle von Arbeitssitzungen und mehrteiligen Veranstaltungen lassen sich ebenso umsetzen wie die Sammlung von Inhalten für eine Website. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und können auch weit über rein textbasierte Inhalte hinausgehen.

Vorlagen:

Dieses Material wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erstellt.

Lizenz

CC BY 4.0 Logo

Urheberin dieses Materials: „Julia Zwick / Agentur J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)“ | https://selbstlernen.net | Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0

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