Anleitung und Material zum Download

Bei Online-Veranstaltungen stellen interaktive Übungen für größere Gruppen eine gewisse Herausforderung dar. Beim Kennenlern-Bingo kann man viel Aktivität für alle, einen Einstieg ins Thema und gegenseitiges Kennenlernen miteinander verbinden. Und das Gute: Das funktioniert auch in Zoom (und mit BBB, MS Teams, Google Meets und allen anderen Videokonferenzen, die Breakout-Räume (bald) ermöglichen.) Wir erklären das Vorgehen und bieten eine Vorlage zum Download an.

Karte Kennenlernen-Bingo
OERcamp 2018 Kennenlern-Bingo |Chris Dies für J&K – Jöran und Konsorten, CC BY 4.0

Kennenlern-Bingo als Icebreaker, Warm-Up und Kennenlernübung

Das Kennenlern-Bingo ist als Methode zum Kennenlernen, Warmwerden und Eisbrechen offline gut erprobt. Bei Barcamps haben wir diese Methode oft zum Start eingesetzt, weil das Format Barcamp die Peer-to-peer-Kommunikation in den Mittelpunkt stellt – und genau das passiert beim Kennenlern-Bingo. Jede*r kann mit jedem sprechen und dabei eigene Schwerpunkte setzen, und gleichzeitig gibt es einen gemeinsamen Rahmen für alle.

Konkret geht das geht so:

  1. Jede*r bekommt eine „Bingo-Karte“, das ist ein Zettel mit Kurzanleitung und beispielsweise 4×4 quadratischen Feldern.
  2. In jedem Feld steht eine Eigenschaft, die für mindestens einige, aber nicht für alle Personen im Raum gilt.
  3. Alle bekommen dieselbe Karte. (Es gibt also nicht wie beim ursprünglichen Bingo unterschiedliche Angaben in den Feldern.)
  4. Nun ist die Aufgabe einfach: Für jedes Feld muss man unter den anderen Teilnehmenden eine Person finden, auf die die jeweilige Eigenschaft zutrifft. Hat man eine Person gefunden, notiert man sich den Namen der Person im entsprechenden Feld oder macht einfach ein großes Kreuz in das Feld.
  5. Man muss schnell „weiterziehen“ und mit weiteren Menschen sprechen. Denn pro gesprochene Person darf nur ein Feld abgehakt werden.
  6. Das Ziel ist ein „Bingo!“. Das entsteht, wenn man in einer Reihe nebeneinander oder untereinander alle Felder abgekreuzt hat.
  7. Wir haben dabei in der Regel ein Zeitvorgabe gemacht, also beispielsweise 5 Minuten als Gesamtdauer vorgegeben. Wer ein Bingo hat, kann weiterspielen und ein doppeltes oder gar dreifaches Bingo anstreben (also zwei oder drei Reihen „voll bekommen“).
  8. In Präsenzveranstaltungen entsteht bei dieser Methode schnell ein großes Summen wie im Bienenschwarm, früher oder später durch laute „BINGO!”-Rufe unterbrochen.

Und so geht die Umsetzung online:

  • Die Bingokarten können zwar auch digital auf einem Bildschirm genutzt werden. Aber im Idealfall haben alle Teilnehmenden sie vorher ausgedruckt (oder sogar per Post geschickt) bekommen.
  • Je nach genutzter Plattform kann die Gesprächssituation in kleinen Gruppen unterschiedlich hergestellt werden. Bei Plattformen, bei denen man frei „herumwandern“ kann, wie z.B. wonder.me, geht das fast von alleine. Bei Zoom oder anderen Diensten, die Breakout-Gruppen erlauben, haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, alle 2 Minuten neue 4er-Gruppen per Zufall zusammenzustellen.

Moderation und Auflösung

Wenn zum Abschluss des Bingos die Teilnehmenden ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Moderation richten, folgt die Auflösung – und die ist fast genau so wichtig wie das Bingospielen selbst. Erstmal können diejenigen, die ein oder mehrere Bingos hatten, kurz hervorgehoben werden. Zum anderen werden jetzt alle Eigenschaften auf der Bingokarte noch einmal nacheinander aufgerufen, und alle Teilnehmenden, auf die die Eigenschaft zutrifft, heben die Hand (bzw. etwas entsprechendes, was die Videokonferenz-Software so erlaubt). Die Moderation ermuntert dabei, dass man sich währenddessen umschaut, wer sich meldet, und damit das Gefühl für die Gruppe schärfen kann.

Unten haben wir noch einige praktische Tipps, ein Material zum Download und ein Erklärvideo zusammengestellt.

Karte Bingo mit 4x4 Feldern
Kennenlern-Bingo vom #SDDcamp (CC0)

Tipps für die Methode Kennenlern-Bingo

Bei der Auswahl der konkreten Fragen bzw. Eigenschaften für die Bingofelder bieten sich unterschiedliche Bereiche an:

  • zum Einstieg, also möglichst niedrigschwellig angesetzte Dinge, wie z.B. „… die zum ersten Mal bei einem Barcamp sind.“
  • zur Person, also auf das Kennenlernen ausgerichtet, wie z.B. „… deren Vornamen mit einem Vokal beginnt.“
  • zum Thema, also auf den Einstieg in die Sache ausgerichtet, wie z.B. „… die zum Thema des Barcamps schon mehr als 10 Jahre Erfahrung hat.“

Noch einige zusätzliche Tipps:

  • Wichtig ist, dass die Eigenschaften nicht zu exotisch, sondern tatsächlich in der Gruppe zu finden sind.
  • Die Bingokarte funktioniert auch mit 3×3 oder 5×5 Feldern.
  • In der Moderation sollte darauf hingewiesen werden, dass die Schnelligkeit und die Kürze der Gespräche gewollt ist. Es ist eine Methode zum Warmwerden. Und für tiefergehende Gespräche ist ja noch die weitere Veranstaltung da.
  • Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, am Ende des Kennenlern-Bingos noch eine Zusatzaufgabe zu stellen: „Bitte schreibt eine Sache in den Chat, die man bei einem zukünftigen Kennenlern-Bingo als Eigenschaft nutzen könnte!“ Dabei kommen viele gute Ideen zusammen.

Kennenlern-Bingo – Vorlage zum Download

⇒ zum Material (Download)

So funktioniert das Kennenlern-Bingo, erklärt von Jöran Muuß-Merholz

Jöran Muuß-Merholz erklärt in diesem Video den Aufbau der Vorlage.


Creative Commons LizenzUrheberin dieses Materials: Agentur J&K – Jöran und Konsorten im Rahmen des Projektes ​#OERcamp (2020) | https://selbstlernen.net | Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0 | Finanzierung: gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) | mehr Materialien: selbstlernen.net

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