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Gute Dokumentation bei Barcamps – Teil 6: KI-Hacks für gute Barcamp-Dokumentation

So können wir uns von künstlicher Intelligenz bei der Dokumentation von Barcamps helfen lassen

Die Entwicklung einer guten Dokumentation, bei einem Barcamp, ist ein Lernprozess und kann deshalb nicht automatisiert werden. Künstliche Intelligenz sollte vor diesem Hintergrund wohlüberlegt eingesetzt werden. Verschiedene Möglichkeiten für einen KI-Einsatz zur Barcamp-Dokumentation, bei denen die gemeinsame Entwicklung und das Lernen der Teilgebenden im Fokus bleibt, stellen wir in diesem Beitrag vor.

Artikelbild „Gute Dokumentation bei Barcamps – Teil 6: KI Unterstützung“
Gute Dokumentation bei Barcamps – KI Unterstützung | J&K – Jöran und Konsorten, CC BY 4.0

Künstliche Intelligenz zur Dokumentation bei Barcamps

Künstliche Intelligenz wird immer besser darin, während der Zusammenarbeit von Menschen die stattfindenden Diskussionen live aufzuzeichnen und anschließend zusammenfassend darzustellen. Es ist darauf aufbauend dann zum Beispiel möglich, über die auf diese Weise generierten Zusammenfassungen mit einem KI-Chatbot zu chatten und sich bestimmte Inhalte oder Verbindungen aufzeigen zu lassen. Zugleich lässt sich feststellen, dass KI-Nutzung in der menschlichen Zusammenarbeit zu Abkürzungen führen kann und der Mensch gegenüber der Maschine in den Hintergrund gedrängt wird. Eine zusätzliche Herausforderung ist, dass sowohl die technologische Entwicklung als auch die Entwicklung einer guten Praxis in der Pädagogik sich im schnellen Wandel befindet. Vor diesem Hintergrund ist die Frage der KI-Nutzung bei der Barcamp-Dokumentation sehr komplex. Es gibt keine eindeutigen und vor allem auch keine abschließenden Antworten. Aus pädagogischer Perspektive scheint es vor allem wichtig, Räume zum Erkunden und zur Reflexion der KI-Nutzung zu schaffen. Ein solcher Raum kann auch die Dokumentation bei Barcamp-Sessions sein. Voraussetzung ist, dass die Nutzung der KI bewusst abgewogen und reflektiert wird.

Grundsätzlich lassen sich zwei Herangehensweisen der KI-unterstützten Dokumentation unterscheiden:

  1. In der ersten Variante wird von Anfang an die KI mit „an den Tisch gesetzt“ und gemeinsam mit ihr entwickelt und dokumentiert.
  2. In der zweiten Variante geht es zunächst darum, dass ganz bewusst die Teilgebenden in der Verantwortung der Dokumentation sind. Mit den so entwickelten Inhalten kann dann mit KI-Unterstützung weiter gearbeitet werden.

Beide Herangehensweisen haben ihre Berechtigung. Es geht also nicht um eine richtige oder falsche Nutzung, sondern um die Frage, was für die Beteiligten und den Kontext ihrer Session jeweils am besten passt.

Variante 1: Mit der Maschine entwickeln und vom Menschen ausarbeiten

In der ersten Variante wird davon ausgegangen, dass es immer und von Anfang an hilfreich ist, die KI mit an den Tisch zu holen. Diese Variante bietet sich vor allem für eher inputorientierte Sessions an, in denen der Aufzeichnungscharakter der Dokumentation gegenüber dem Lerncharakter im Vordergrund steht. KI-Unterstützung benötigt in dieser Variante, dass zunächst das Gespräch und/ oder die Impulse in der Session live mit transkribiert werden.

Im Anschluss an eine Session kann dann mithilfe einer KI eine Zusammenfassung generiert werden, die dann zunächst von den Teilgebenden überarbeitet wird und in weiternutzbaren Formaten zur Verfügung steht, so dass Teilgebende und weitere Interessierte damit lernen können. Zum Beispiel könnte man sich aufbauend auf der generierten Zusammenfassung nach Inhalten zu einem bestimmten Thema fragen, mit dem man sich gerade beschäftigt.

Variante 2: Allein mit Menschen entwickeln und mit der Maschine ausarbeiten

In der zweiten Variante wird KI während der Session zunächst bewusst nicht verwendet. Der Fokus liegt dann darauf, durch die kollaborative Mitschrift bewusst und gemeinsam in der Session zu lernen. Diese Variante bietet sich vor allem aber nicht ausschließlich bei sehr interaktiven Sessions an. Auch in diesem Fall kann KI dann aber im weiteren Verlauf zur Unterstützung und Weiterentwicklung des Lernens genutzt werden. Hier sind exemplarische Möglichkeiten dazu: Die kollaborative Mitschrift kann durch ein KI-Sprachmodell optimiert werden. Zum Beispiel können Fehler korrigiert, Dopplungen entfernt und Formulierungen verbessert werden. Es können Zusammenfassungen und Übersichten aus der kollaborativen Mitrschrift erstellt werden, die der Dokumentation dann vorangestellt werden können und den Teilgebenden und weiteren Interessierten einen guten Überblick zu den Sessions geben. Analog festgehaltene Ergebnisse können eingesprochen und somit kontextualisiert werden und dann durch ein KI-Sprachmodell aufbereitet werden.

KI als Teil der Session

Eine weitergehende Verwendung von KI in Barcamp-Sessions, die über die Funktion der Dokumentation hinausgeht, aber auch für diese verwendet werden kann, ist es, einen KI-Chatbot direkt in die Session einzubinden. Dazu wird ein KI-Chatbot mit Audiofunktion in die Session integriert. Es ist hilfreich, mit dem Prompt zu starten, dass dieser sich nur nach Aufforderung per Audio zu Wort melden soll. In diesem Setting kann dann zum Beispiel nach Reflexionsfragen zur Diskussion gefragt oder blinde Flecken aufgespürt werden, die dann wiederum in der Diskussion der Session aufgegriffen werden können. Diese KI-Interaktionen stehen dann direkt auch zur Dokumentation der Session zur Verfügung.

Fazit: KI als Erweiterung - nicht als Ersatz

KI kann für die Barcamp-Dokumentation durchaus bereichernd sein, wenn sie bewusst und reflektiert eingesetzt wird. Wichtig ist, dass die KI den kollaborativen und offenen Lerncharakter von Barcamps unterstützt. Wie das in der Praxis aussehen kann, ist Teil eines gemeinsamen Lernprozesses.

Lizenz

CC BY 4.0 Logo

Urheberin dieses Materials: „Nele Hirsch mit der Agentur J&K – Jöran und Konsorten für das ​#OERcamp (2025) | https://selbstlernen.net“

Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0 | Finanzierung: gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBFSFJ)

mehr Materialien: https://selbstlernen.net

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