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Gute Dokumentation bei Barcamps – Teil 1: Grundlagen zur Barcamp-Dokumention

Warum Dokumentation bei Barcamps sowohl Wissensmanagement als auch Teil des Lernens ist

Bei der Dokumentation von Barcamps geht es nicht nur darum, die Ergebnisse des gemeinsamen Lernens festzuhalten und sie weiternutzbar zu machen. Zugleich ist die Dokumentation auch ein wichtiger Teil des gemeinsamen Lernprozesses. Wie Dokumentation in diesem Sinne sowohl als Teil von Wissensmanagement als auch als Teil von Lernen gestaltet sein kann, erfährst du in diesem Beitrag.

Artikelbild „Gute Dokumentation bei Barcamps – Teil 1: Grundlagen“
Gute Dokumentation bei Barcamps – Grundlagen zur Barcamp-Dokumentation | J&K – Jöran und Konsorten, CC BY 4.0

Dokumentation als Wissensmanagement und Lernen bei Barcamps

Wenn Menschen miteinander arbeiten und lernen, stellt sich immer die Frage, wie die dabei entstehenden Ergebnisse weiternutzbar gemacht werden können. Bei einer klassischen Veranstaltung oder einem Meeting reicht dazu oft eine Aufzeichnung oder ein Protokoll aus. Bei Barcamps ist Dokumentation oft aber deutlich mehr: 

  • Erstens geht es darum, die Ergebnisse des Lernens für alle Beteiligten und auch für weitere Interessierte weiternutzbar zu machen. In diesem Sinne ist Dokumentation Teil von Wissensmanagement. 
  • Zweitens ist die Dokumentation Teil des gemeinsamen Lernprozesses. Mit ihr wird eine weitere Ebene in der Zusammenarbeit eingeführt, die dafür sorgt, dass Lernen sichtbar und bedeutsam wird.    

Barcamp-Dokumentation als Wissensmanagement

Wenn Dokumentation als Teil von Wissensmanagement verstanden wird, dann geht es dabei darum, dass die Ergebnisse der Sessions festgehalten und von den Teilgebenden und weiteren Interessierten auch zukünftig auffindbar sind und weitergenutzt werden können. Diese Herausforderung besteht grundsätzlich auch bei anderen Lernangeboten. So wird auch in einer klassischen Konferenz zum Beispiel nach Aufzeichnungen oder den verwendeten Präsentationsfolien gefragt. Bei Barcamps hat dieser Aspekt einen anderen Stellenwert, weil immer mehrere parallele Sessions parallel stattfinden. Die Teilgebenden müssen also eine Auswahl treffen – was leichter fällt, wenn man von den auf diese Weise verpassten Sessions mindestens die Dokumentation nachlesen kann. 

Hinzu kommt, dass es bei Barcamps vielfach um offenes Lernen geht. Das bedeutet, dass das Ergebnis des Lernens vorab nicht feststeht, sondern von den Teilgebenden gemeinsam neue Ideen und Konzepte entwickelt werden. An diesen soll dann anschließend weiter gearbeitet werden. Auf diese Weise sind bereits zahlreiche Initiativen und Projekte aus Barcamp-Sessions entstanden. Dazu braucht es aber eine gute Dokumentation in der Session, so dass alle daran weiter arbeiten können. 

Schließlich gilt gerade bei regelmäßig stattfindenden Barcamps zu einem bestimmten Thema, dass die Dokumentationen eine kollaborativ entwickelte Wissensressource der jeweiligen Community sind. Bei den OERcamps kann es beispielsweise sehr lohnend sein, auch jetzt noch nachschlagen zu können, was in früheren Jahren zum Beispiel zu OER und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) diskutiert wurde, um darauf dann in der eigenen Arbeit aufbauen zu können.

Barcamp-Dokumentation als Teil von Lernen

Neben dem beschriebenen Wissensmanagement-Aspekt von Dokumentation ist Dokumentation bei Barcamps auch und vor allem ein Teil des gemeinsamen Lernens. Genau deshalb ist es sehr bewusst so gestaltet, dass Dokumentation bei Barcamps eine gemeinsame Herausforderung ist. Es geht dabei dann längst nicht einfach nur darum, die gemeinsame Diskussion oder die Lernergebnisse aufzuzeichnen oder eins zu eins zu protokollieren. Stattdessen verständigt sich die jeweilige Gruppe in einer Session gemeinsam, was aus ihrer Sicht bedeutsam ist, festgehalten zu werden. 

Häufig kommen auch viele einzelne „Aha“-Erlebnisse zusammen, die individuell mitgeschrieben werden. In der Summe ergibt sich so ein vielfältiges Bild. 

Und schließlich sind für die Dokumentation einer Session nie nur die jeweils direkt beteiligten Menschen verantwortlich. Stattdessen werden Dokumentationen sehr häufig auch nachträglich angereichert. Zum Beispiel können Links zu passenden Projekten oder Veröffentlichungen auch von Menschen ergänzt werden, die nicht direkt Teil der Session waren. 

Auf diese Weise eröffnet die Dokumentation eine weitere Ebene im Lernprozess.

Fazit: Dokumentation zum Thema machen

Die Dokumentation der Sessions ist aus gutem Grund Teil der üblicherweise verwendeten Barcamp-Regeln. Dort heißt es: „Jede Session wird dokumentiert!“. Es bietet sich an, diese Regel gut zu erläutern, so dass den Teilgebenden der Sinn davon verständlich ist. 

Kurz gefasst: Dokumentation bei Barcamps ist viel mehr als eine tendenziell nervige Frage im Sinne von „Wer schreibt das Protokoll?“. Vielmehr ist Dokumentation ein wichtiger Bestandteil bei der Ausgestaltung des offenen Lernformats. Sie ermöglicht erstens Weiterarbeit mit den erarbeiteten Inhalten im Sinne eines Wissensmanagements und unterstützt zweitens auch direkt die Lernprozesse der Teilgebenden.

Vorlage zur Vorstellung

Hier könnte eine Zusatz-Folie bei dem Material zu den Barcamp-Regeln ergänzt werden, wo beide Ebenen der Dokumentation grafisch visualisiert werden.

Lizenz

CC BY 4.0 Logo

Urheberin dieses Materials: „Nele Hirsch mit der Agentur J&K – Jöran und Konsorten für das ​#OERcamp (2025) | https://selbstlernen.net“

Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0 | Finanzierung: gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBFSFJ)

mehr Materialien: https://selbstlernen.net

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