Redaktion selbstlernen.net

HowTo Messengerdienste für Bildungsveranstaltungen – Teil 1: Einsatzszenarien, Auswahl, Tipps und Tricks

Telegram, WhatsApp und Co. zum Austausch und zur Information nutzen – Ein Artikel von Jöran Muuß-Merholz

Messenger bei Veranstaltungen | Jula Henke für J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), CC BY 4.0

Noch vor wenigen Jahren gab es eine klare Trennung: Messenger wie WhatsApp, Telegram oder Signal gehörten in den privaten Bereich. Für die professionelle Kommunikation gab (und gibt) es „Profi-Tools“ wie Slack, MS Teams oder größere Paketlösungen. Inzwischen ist die Trennung aufgeweicht. So organisieren sich zum Beispiel zivilgesellschaftliche Gruppen wie Fridays for Future über Telegram und auch in den formalsten Arbeitskontexten wird „mal eben schnell“ eine WhatsApp-Gruppe gestartet, wenn Menschen zum Beispiel nach einer Tagung im Kontakt bleiben wollen.

Dieser Artikel zeigt, wie Messenger rund um Bildungsveranstaltungen sinnvoll zum Einsatz kommen können. Bewusst ausgeklammert werden dabei unterschiedliche Funktionalitäten, Sicherheits- und Datenschutzfragen der einzelnen Messenger. Diese ändern sich laufend und können in aktuellen Artikeln nachgelesen werden. Da die Einsatzszenarien unterschiedlichste Anforderungen zum Beispiel an Öffentlichkeit und Datenschutz mit sich bringen, kann keine allgemeine Empfehlung gegeben werden.

Messengergruppen zum Austausch bei Bildungsveranstaltungen

Generell ist eine Kommunikation über Messenger immer dann eine Option, wenn vor, während oder nach einer Bildungsveranstaltung der Austausch der Teilnehmenden untereinander ermöglicht werden soll. Das ist weniger relevant, wenn es sich um eine einmalige Abendveranstaltung handelt. Es wird interessant, wenn zum Beispiel ein zweitägiges Barcamp ohnehin stark auf den Austausch untereinander setzt. Und besondere Möglichkeiten kommen immer dann zum Zug, wenn die Veranstaltung über längere Zeit (zum Beispiel als Online-Themenwoche) oder an mehreren Terminen (z.B. jährlich) stattfindet. Diese Überlegungen gelten übrigens sowohl für Präsenz- als auch für Online-Veranstaltungen.

Für den Austausch untereinander sind die Gruppenfunktionen der Messenger hilfreich. Dabei initiieren die Veranstalter vor der Veranstaltung eine gemeinsame Gruppe, der die Teilnehmenden durch einen entsprechenden Link beitreten können. Bei größeren Veranstaltungen / größeren Gruppen können auch mehrere Gruppen sinnvoll sein.

Kanäle und individueller Nachrichten bei Bildungsveranstaltungen

Wenn die Teilnehmenden aber erstmal im Messenger „angekommen sind“, können auch andere Nutzungsweisen relevant werden.
So können zum Beispiel Infos vom Veranstaltungsteam an die Teilnehmenden geschickt werden. Auf diesem Weg kann das Gastgeber-Team aktuelle Nachrichten an alle Teilnehmenden, die Mitglied in diesem Messenger sind, schicken. Das können Informationen in Vorbereitung oder Nachbereitung der Veranstaltung sein, aber auch während der Durchführung.  

Die dafür notwendigen Funktionen bieten nicht alle Messenger an. Beliebt ist für eine entsprechende Funktion bei Telegram das Format „Kanal“. Weniger bekannt und kostenpflichtig ist die entsprechende Funktion „Broadcast“ bei Threema. Signal bietet derzeit, Juli 2021, diese Funktion nicht an. Bei WhatsApp kann dafür zwar ein sogenannter „Broadcast“ erstellt werden. Hier ist aber kein Beitreten und Verlassen für die Teilnehmenden möglich. Vielmehr muss der Absender die Kontakte im eigenen Adressbuch und dem Broadcast hinzufügen.

Es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass nicht alle Teilnehmenden den gleichen Messenger nutzen. Deswegen müssen die hier geteilten Informationen entweder ein „Bonus-Angebot“ oder redundant zum Informationsangebot auf der eigenen Website und/oder in Mailings sein.

Individuelle Kommunikation über Messenger

Je nach Einstellung der Teilnehmenden können andere Teilnehmende die Kontaktdaten sehen und auch individuell Kontakt miteinander aufnehmen. Das gilt selbstverständlich auch für die individuelle Kommunikation zum Gastgeber-Team. Teilnehmende können Fragen und Kommentare an den Account des Veranstaltungsteams schicken, alternativ zum Kontakt über E-Mail. Aus organisatorischer Sicht empfiehlt es sich, die Aufgaben für Mailings und Messenger in eine Hand zu legen. 

Messengerdienste bieten bei Veranstaltungen die Möglichkeit, den Live-Charakter einzubinden. So können per Chatnachricht “Durchsagen” gemacht werden. Beispielsweise betreffen diese Nachrichten das Ende einer Pause, Aufforderungen für einen Raumwechsel oder Ankündigung zu Änderungen im Programm.

Tipps, Tricks, Stellschrauben und Varianten

Hier noch einige konkrete Anregungen aus unserer Praxis-Erfahrung:

  • Fast alle Messenger verfügen inzwischen über die Möglichkeit, nicht nur am Smartphone/Tablet, sondern auch über eine App oder im Browser, am Schreibtisch-Computer genutzt zu werden. Nicht alle Teilnehmenden kennen diese Möglichkeit, eine kleine Einführung/Anleitung kann dafür hilfreich sein. 
  • Bei größeren Veranstaltungen kann es sinnvoll sein, verschiedene Gruppen nach Themen gegliedert anzubieten. Außerdem sind übergreifende Gruppen wie „Allgemeines“,  „Kaffeeküche“ oder „Fragen & Support“ in der Regel sehr beliebt.
  • Die Moderation solcher Gruppen ist ein Kapitel für sich. Deswegen gibt es einen zweiten Artikel zum Thema.
  • Sprachnachrichten sind eine Alternative zum schriftlichen Format. In den meisten Messengern sind entsprechende Funktionen integriert.
  • Und was passiert, wenn keiner mitmacht? Die Antwort ist einfach: gar nichts. Das mag zwar schade sein. Aber eine Gruppe, in der keine Kommunikation stattfindet, haben alle Beteiligten bald buchstäblich „nicht mehr auf dem Schirm“ – sie stört also auch niemanden und verbraucht keine Ressourcen.

     

Eine Auswahl für einen Messenger treffen – aber wie?

In Deutschland ist die Frage nach der Nutzung von konkreten Messengerdiensten Gegenstand gesellschaftlicher Diskussionen und teilweise emotional aufgeladen. Vor diesem Hintergrund ist es für Gastgeber*innen-Teams nicht ganz einfach, sich für einen konkreten Dienst zu entscheiden. In den meisten Fällen wird es notwendig sein, die Messengerkommunikation als zusätzliches Angebot zu organisieren, das die Teilnehmenden nicht wahrnehmen müssen. 

Gerade bei Veranstaltungen in der politischen Bildung wird die Entscheidung für einen konkreten Dienst mit Abwägungen verbunden sein. Will man ein möglichst „vorbildliches“ Angebot nutzen, das z.B. auf OpenSource, Transparenz und sichere Verschlüsselung setzt? Oder ist es wichtiger, dass der Dienst bei vielen Teilnehmenden ohnehin schon genutzt wird, sodass die Hürden für die Teilnahme möglichst niedrig sind?

Ein empfehlenswertes, aber aufwendiges Verfahren haben die Autor*innen dieses Artikel mehrmals mit guten Erfahrungen durchgeführt. Die Methode setzt voraus, dass alle Teilnehmenden sich mit zeitlichem Vorlauf für die Veranstaltung anmelden. In diesem Fall kann schon in der Anmeldung eine Abstimmung über den zu nutzenden Messengerdienst integriert sein. In unserem Fall haben wir verschiedene Möglichkeit zur Abstimmung gestellt. Als Antwortmöglichkeiten gab es nicht nur ein „ja“ vs. „nein“, sondern die drei Optionen „mein Favorit“ / „würde ich zur Not mitgehen“ / „würde ich boykottieren“. Außerdem wurde schon mit der Abstimmung transparent gemacht, wie die Entscheidung getroffen wird. In diesem Fall wurde versprochen, dass die Ergebnisse öffentlich gemacht, dass es ein bestimmtes Datum (deutlich vor der Veranstaltung) als Stichtag geben und die Wahl auf den Dienst mit dem wenigsten „Boykott“-Stimmen fallen werde, sofern es keinen klaren Favoriten gibt.

Datenschutz, Öffentlichkeit

Jenseits konkreter DSGVO-Fragen wird sich für Veranstalter und Teilnehmende die Frage stellen, wie öffentlich die Kommunikation in Messengergruppen geführt wird. Hierzu haben wir gute Erfahrungen mit folgenden Maßnahmen:

  1. Selbst wenn die Messengergruppen öffentlich zu finden sind, sollten die Diskussionsbeiträge nur für Mitglieder zugänglich sein.
  2. Alle Beteiligten sollten sich bewusst sein, dass es sich auch bei dieser Konfiguration eher um einen öffentlichen Raum (vergleichbar mit Social Media) als um private Kommunikation handelt. 
  3. Vorab wird eine Netiquette bekannt gemacht, die die Inhalte der Diskussion sowie unerwünschtes Verhalten und mögliche Sanktionen beschreibt.

     

Gibt’s da nicht was Professionelles?

Zum Abschluss dieses Artikels sei noch einmal erwähnt, dass die erwähnten Messenger nicht die einzige Möglichkeit sind, um den Austausch zwischen Teilnehmenden zu organisieren. Alternativen sind beispielsweise Slack, MS Teams, Disqus, Discord, Mumble oder umfassendere All-in-one-Angebote. In der Regel bieten diese professionelle Möglichkeiten für den Austausch an. Allerdings stellt sich die Frage, wie breit die Akzeptanz bei der konkreten Zielgruppe ist.

Dieses Material wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erstellt.

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Urheberinnen dieses Materials: „Jöran Muuß-Merholz / Agentur J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)“ | https://selbstlernen.net | Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0

Kooperatives Online-Lernen, Teil 5 – Miro, Mural oder ConceptBoard: Tools im Vergleich

Online Whiteboards – Tools im Vergleich. Ein Artikel von Kristin Hirschmann und Nele Merholz

Kollaboration | Jula Henke für J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), CC BY 4.0

Screencast zu den Online-Whiteboards:

Miro

Miro eignet sich hervorragend für interaktive Workshops, da es eine große Auswahl von Templates, einen Präsentationsmodus, und die Option gibt, Elemente zu fixieren. Dabei sei zu erwähnen, dass es ein sehr komplexes Whiteboard ist, bei dem man einige Zeit braucht, um es kennen zu lernen. Drei Miro Boards können kostenlos genutzt werden, danach kann man auf die Team, Business oder Enterprise Versionen umsteigen (ab $10 pro Monat). Dadurch erhält man Zugang zu unbegrenzten Mengen von Boards, Mitgliedern und weiteren Templates. Darüber hinaus gibt es das kostenfreie Education Paket mit fast allen Funktionen, auf das sich Lehrende und Lernende bewerben können. Miro ist derzeit nur auf Englisch nutzbar.
Kosten: https://miro.com/pricing/
Datenschutz: https://miro.com/legal/privacy-policy/

Mural

Mural besticht sowohl durch die Timer und Voting Funktion, als auch durch die sogenannten „Framework“ Templates, mit denen sich Whiteboards gut sortieren lassen. Nach Ablauf des Free Trials gibt es bei Mural eine Starter, Plus oder Enterprise Mitgliedschaft auf die man umzusteigen kann. Diese beginnt bei $12 pro Monat und erlaubt die unbegrenzte Einladung von Teilnehmenden, Zugang zu weiteren Templates und Frameworks, und die Möglichkeit weitere Apps und Tools in das Board zu integrieren. Für Lernende sowie für Schulen und Universitäten gibt es eine kostenfreie Mitgliedschaft. Auch Mural bietet derzeit nur Englisch als Sprache an.
Kosten: https://www.mural.co/pricing
Datenschutz: https://www.mural.co/security

Conceptboard

Da man auch bei Conceptboard Elemente fixieren kann, ist es ein weiteres Board, das gut für Gruppenarbeiten geeignet ist. Außerdem ist es einfach zu bedienen und sehr kostengünstig. Man kann Conceptboard auf unbegrenzte Zeit kostenlos nutzen, ohne auf ein Limit von Boards oder Mitgliedern zu stoßen. Allerdings kann man nur bis zu 100 Objekte auf einem Board haben und stößt auf ein Limit von 500MB an Daten, die hochgeladen werden können, sollte man nicht zur zur Premium, Business oder Enterprise Version umsteigen (ab $7,50 pro Monat). Für die Education Lizenz gibt es seit Januar 2021 eine Warteliste, Lehrende und Lernende können sich trotzdem darauf auf diese Liste setzen lassen. Conceptboard kann auf Deutsch verwendet werden, wobei der Großteil der Vorlagen auf Englisch ist, die man aber individuell anpassen kann.
Kosten: https://conceptboard.com/plans/
Datenschutz: https://conceptboard.com/security/

neXboard

neXboard überzeugt durch die Funktion, Teilnehmende bei einem Workshop „mitzunehmen.“ Das hilft vor allem, wenn man zwischendurch in Kleingruppen wechselt und beim Wechseln zurück zur großen Gruppe keine Zeit verlieren möchte. Nach einer kostenlosen Probezeit steigt man bei NeXenio automatisch auf die Classic Version um ($14 pro Monat). Dort sind alle Inhalte unbegrenzt verfügbar. Alternativ gibt es noch die Möglichkeit einen Enterprise-Account zu erstellen, mit dem man auch Rechte zur zentralen Verwaltung des Teams bekommt. Bei neXboard gibt es kein Extra Education Paket. Allerdings bietet neXboard auch Deutsch als Sprache an. Hier werden allerdings viele Vorlagen auf Englisch vorhanden sein, die aber problemlos anpassbar sind.
Kosten: https://www.nexenio.com/en/nexboard/
Datenschutz: https://www.nexenio.com/docs/nexenio-privacy-policy-en.pdf

Dieses Material wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erstellt.

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Urheberinnen dieses Materials: „Kristin Hirschmann und Nele Merholz / Agentur J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)“ | https://selbstlernen.net | Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0

Kooperatives Online-Lernen, Teil 4 – Workshops mit Miro, Mural oder ConceptBoard

Workshops mit online Whiteboards – Ein Artikel von Kristin Hirschmann und Nele Merholz

Kollaboration | Jula Henke für J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), CC BY 4.0

Wer hat beim online Zusammenarbeiten nicht schon die vielen bunten Notizzettel, Moderationskarten oder Flipcharts vermisst? Um online gemeinsam Inhalte zusammenzustellen, Pläne zu diskutieren oder Projekte darzustellen, gibt es inzwischen einige Tools, die den traditionellen Pinnwänden und Notizen Konkurrenz machen. Hier stellen wir vier Whiteboard Tools vor, die zur Visualisierung und für die kollaborative Zusammenarbeit gut geeignet sind.

Miro, Mural, Conceptboard und neXboard

Obwohl sich die Anbieter leicht voneinander unterscheiden, zum Beispiel in ihrem Angebot von Arbeitsvorlagen und bei Fragen zu Kosten und Datenschutz, sind die Funktionen der Tools sehr ähnlich. Durch die Nutzung von bunten Notizzetteln und Pfeilen sowie der Möglichkeit Links, Dokumente, Formen, Fotos und Videos einzufügen, können Teilnehmende eines Whiteboards gemeinsam online an einem Projekt arbeiten. So können zum Beispiel MindMaps und Flowcharts kreiert, aber auch Diagramme, Zeitpläne und Strategien visuell dargestellt werden.

Miro bietet eine Vielzahl an Vorlagen („Templates“). (Screenshot)

Ein großer Vorteil dieser Tools besteht darin, dass sie in Gruppen genutzt werden können. Natürlich kann man sie auch alleine verwenden, z.B. als Präsentationstool. Alle Teilnehmenden eines Boards können von jedem Ort und zu jeder Zeit darauf zugreifen und es bearbeiten. Da Änderungen direkt online gespeichert und für alle sichtbar sind, kann so zeitgleich und kollaborativ an den Inhalten gearbeitet werden. Über die Kommentar- oder Chatfunktion sowie mit einer zusätzlichen Videokonferenzsoftware kann man sich darüber hinaus zu dem Projekt austauschen. Über die Teilnehmenden-Anzeige sieht man auch jederzeit, wer mit einem zusammen am Board arbeitet – je nach Anbieter erscheint dort der richtige Name oder ein Synonym, wie „Guest Creator”.

Mit Whiteboards Workshops interaktiver gestalten – Online Whiteboards als Arbeitsräume

Wenn die Tools als online Arbeitsräume genutzt werden – das heißt, Menschen können zusammen online an gemeinsamen Projekten arbeiten – können je nach Freigabe-Einstellung beliebig viele Personen das Board ansehen, kommentieren oder bearbeiten. Je nach Anbieter und vorhandenem Tarif kann es sein, dass die leitende Person des Boards mitarbeitende Mitglieder per Mail Adresse hinzufügen muss. Die Whiteboards eignen sich hervorragend, um im Team zu arbeiten, Feedback zu geben und Veränderungen vorzuschlagen, da alle Einträge und Objekte kommentiert werden und bei einigen der Whiteboards sogar Aufgaben gezielt an Teilnehmende zugeordnet werden können.

Miro: Alle mitarbeitenden Personen erkennt man u.a. an “Guest Editor” oder “Guest Drafter”. (Screenshot)

Zum Beispiel könnte eine Person eine MindMap anlegen, in der Methoden für das Kennenlernen des nächsten Workshops gesammelt werden. Später kann eine weitere Person Ideen hinzufügen oder bisherige Notizen bearbeiten, ergänzen und korrigieren. Am Ende können konkrete Entscheidungen getroffen und Aufgaben direkt zugewiesen werden. Während eines Workshops können verschiedene Teile des Boards von unterschiedlichen Gruppen genutzt werden. Trotzdem haben später alle Teilnehmenden Zugang zu allen Ergebnissen. Somit können die Whiteboards auch als Dokumentation für den Workshop oder das Projekt dienen, entweder als Whiteboard selbst oder durch die Möglichkeit des Exports der Ergebnisse als PDF oder Excel. Dies ist abhängig vom Whiteboard und vom genutzten Tarif.
Je nachdem, wie vertraut die Teilnehmenden mit dem Whiteboard sind und wie umfangreich das Projekt ist, kann vorab ein Technik-Test angeboten werden, bei dem die mitarbeitenden Menschen alle Funktionen ausprobieren können. Alternativ bietet sich die Warm-Up- oder Kennenlern-Phase an, um die Hauptfunktionen des jeweiligen Whiteboards kennen zu lernen.

Strukturierte Whiteboards entstehen durch die Nutzung von Vorlagen

In prä-digitalen Workshops werden oft unterschiedliche Formate und Materialien genutzt, um das Interesse der Teilnehmenden aufrechtzuerhalten. Diese Möglichkeit gibt es auch bei Miro und Co., weil jedes Board ein großes Spektrum an Tools besitzt und so individuell verändert werden kann, dass es optimal zu der Veranstaltung und Teilnehmerzahl passt. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit unterschiedliche „Arbeitszonen“ in verschiedenen Ecken der Boards einzurichten, damit Teilnehmende selbstständig in kleineren Gruppen arbeiten können. Hierbei sind die umfangreichen Bibliotheken mit Vorlagen der Whiteboards zu erwähnen. Die Strukturierung des eigenen Whiteboards muss also nicht von Grund auf selbst gestaltet werden. Es gibt bei jedem Whiteboard bereits eine Vielzahl an Templates, die man beispielsweise für das Brainstormen, zum Abstimmen oder Entwickeln von Ideen nutzen und dann individuell anpassen kann. Bei Miro gibt es eine eigene Bibliothek, das Miroverse, in dem man viele weitere Anwendungsbeispiele von anderen Miro Community Mitgliedern finden kann.

Es gibt eigens für Moderator*innen spezielle Funktionen, die das Arbeiten mit einer Gruppe auf einem kollaborativen Whiteboard vereinfacht. Damit vorbereitete Designs, Notizen und Informationen nicht aus Versehen während des Workshops verändert werden, haben Whiteboards wie Conceptboard auch die Möglichkeit diese im Voraus als „unveränderbar“ zu markieren. Im Präsentationsmodus können Teilnehmende bei Programmen wie neXboard oder Miro außerdem von den Moderator*innen „mitgenommen“ werden; das bedeutet, alle Personen werden automatisch zur relevanten Stelle des Boards geführt, um sich gemeinsam Ergebnisse anzuschauen oder Informationen zu diskutieren. So ist es tatsächlich einfacher und schneller, die Aufmerksamkeit von Teilnehmenden zu bestimmten Bereichen des Boards zu lenken als bei offline Workshops.

neXboard: Bei der Präsentation kann man alle Teilnehmenden „mitnehmen“ (Screenshot)

Im digitalen Raum werden Methoden wie Abstimmungen häufig gebraucht. Whiteboards können somit gut in Kombination mit anderen Tools wie Mentimeter genutzt werden, einige der Boards (Mural und Miro) haben auch eine eigene „Voting“ Funktion. So können zum Beispiel die Ergebnisse einer Brainstorming-Session diskutiert und abgestimmt werden. Für Aktivitäten, die in Kleingruppen stattfinden oder um während Veranstaltungen im Zeitplan zu bleiben, können Moderator*innen bei Mural und Miro auch die Timer-Funktion nutzen, welche für alle Mitglieder des Boards einen Countdown anzeigt. Auch gibt es bei Miro die Möglichkeit für Moderator*innen Teile des Whiteboards auszublenden und für die richtige Phase des Workshops, des Unterrichts oder der Veranstaltung wieder einzublenden. Oft sind diese Funktionen an die den Besitzer*innen der Whiteboards gebunden und können je nach Paket auch an weitere Mitarbeitende übergeben werden.

Mural: Durch die Voting Funktion können Teilnehmende über Elemente des Boards abstimmen. (Screenshot)

Mural: Um Teilnehmenden eine zeitliche Orientierung zu geben, kann bei Mural die Timer. (Screenshot)

 

Einfache Tipps zur Gestaltung von Whiteboards

Ob als Kanban, Icebreaker, Strategy Tool oder für Workshops – online Whiteboards sind ein hervorragendes und sehr effizientes Tool, um gemeinsam digitale Inhalte zu erstellen und zu bearbeiten. Trotzdem gibt es einige Punkte, die man beachten sollte, wenn man ein Whiteboard erstellt:

  • Eine gute Vorbereitung hilft, um den Überblick zu behalten! Wenn das Board für unterschiedliche Aufgaben benutzt wird, ist es hilfreich jeden Bereich durch die Nutzung von Überschriften oder unterschiedlichen Farben zu markieren. Diese können auch als Referenz dienen, um alle Personen an die richtige Stelle zu navigieren. Zum Beispiel kann Arbeitsgruppe 1 nur grüne Notizzettel benutzen, damit alle Informationen und Anmerkungen zu ihrem Thema leicht wiederzufinden sind. Bei einigen Whiteboards ist es sogar möglich Links zu den jeweiligen Arbeitsbereichen zu generieren, die man den Teilnehmenden weiter leiten kann.
  • Fixiere die Grundstruktur des Boards! Es passiert leicht, dass Teilnehmenden Elemente des Boards ungewollt verändern, während sie sich darauf herum bewegen. Daher hilft es, wenn Moderator*innen die Grundstrukturen vorher „fixieren.“ Diese Elemente können dann nicht mehr bewegt werden. So können die Teilnehmenden zwar weitere Elemente hinzufügen, aber die Grundstrukturen bleiben bestehen.

Conceptboard: Elemente des Whiteboards können durch die „Pin“ Funktion fixiert werden. (Screenshot)

  • Weniger ist mehr! Vor allem in der Vorbereitung sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu viele Objekte auf dem Whiteboard sind, damit weitere Elemente hinzugefügt werden können und die Teilnehmenden vor allem eine gute Orientierung in ihrer Arbeitsumgebung bekommen. Zu viele verschiedene Formen und Informationen können sonst schnell überfordernd wirken. Es hilft präzise Überschriften anzugeben, damit alle Anmerkungen und Überarbeitungen nur wichtige Fragen beantworten und nicht zu stark vom Thema abgeschweift wird.
  • Learning by doing! Einige Funktionen der Whiteboards lernt man erst richtig kennen, wenn man damit konkret arbeitet. Dabei sollte keine Scheu bestehen mit den Teilnehmenden gemeinsam Funktionsweisen zu erkunden. Für jedes einzelne Whiteboard gibt es bereits eine Vielzahl an Tutorials und Erklärungen, die man schnell mit einigen kurzen Suchbegriffen findet.

Dieses Material wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erstellt.

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Urheberinnen dieses Materials: „Kristin Hirschmann und Nele Merholz / Agentur J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)“ | https://selbstlernen.net | Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0

SpatialChat – Video-Chats für Gruppenarbeiten und Vernetzung

Ein Artikel von Phuong Nguyen

Wie sieht SpatialChat aus?

SpatialChat ist eine virtuelle Plattform für Video-Chats. Die Benutzeroberfläche ist zweidimensional und alles findet auf einer Fläche statt. Die Umgebung wird als „Space“ bezeichnet. Pro Space kann es einen oder mehrere Räume (sog. „Rooms“) geben. Auf der Fläche gibt es Profil-Icons in der Form von Kreisen. Im Unterschied zu den meisten Plattformen ist hier nicht nur ein Foto, sondern tatsächlich das bewegte Videobild zu sehen. Die Funktionsleiste befindet sich am unteren Bildschirmrand. Am rechten Bildschirmrand gibt es zusätzliche Buttons für die Raum- und Gästeliste sowie den Chat. Die Benutzeroberfläche ist zurzeit nur auf Englisch verfügbar, allerdings sind die Funktionen relativ selbsterklärend und visuell (statt mit Text) dargestellt.

Laut eigener Aussage ist SpatialChat DSGVo-konform. Vorsichtige Teilnehmende können das Tool anonym nutzen, wenn sie einen Pseudonym nutzen sowie ihre Kamera ausschalten.

Screencast zu SpatialChat:

Einfache Bedienung für die Gäste

Das Tool wird für die Nutzung auf Rechnern und Laptops mit den Browsern Chrome oder Firefox entwickelt, die Nutzung auf Tablets oder Smartphones ist mit Einschränkungen möglich. Für die Nutzung auf Smartphones wird Safari für iOS-Geräte und Chrome oder Firefox für Android-Geräte empfohlen. Die wesentlichen Funktionen wie Audio und Bild sind auf dem Smartphone verfügbar. Jedoch werden Smartphone-Nutzer*innen nur GIFs und Bilder aber keine eingebetteten Videos sowie keinen geteilten Bildschirm sehen können.

Um einen SpatialChat-Space beizutreten, brauchen die Gäste nur den Link zum Space. Wenn man auf den Link klickt, wird SpatialChat in einem Browserfenster geöffnet. Nun muss man dem Browser den Zugriff auf Kamera und Mikrofon erlauben, um das Tool in allen Funktionen zu nutzen. Anschließend können die Gäste ein Profilbild hochladen, ihren Namen angeben und eine Kurzbeschreibung über sich verfassen, bevor sie den Raum betreten. (Man kann nachträglich das Profilbild oder den Namen ändern).

Beim Klick auf den Einladungslink öffnet sich diese Seite im Browser, wo die Gäste ihre Profilbilder, Namen und Kurzbeschreibungen eingeben müssen.

Dann fragt der Browser nach dem Zugriff auf die Kamera und das Mikrofon.

Auch die Größe von den Profil-Icons passen sich der Entfernung zwischen den Teilnehmenden automatisch an. Das Icon ist bleibt kleiner, wenn das Mikrofon stummgeschaltet oder die Kamera ausgeschaltet wird. aus

Zu Beginn durchläuft man ein Tutorial und lernt, wie man sich bewegen, stummschalten und mit anderen Teilnehmenden interagieren kann. Auf der Fläche bewegen sich die Teilnehmenden mit Hilfe ihrer Profil-Icons, indem sie diese Icons mit der Maus oder mit dem Finger hin- und her ziehen. Wie bei wonder.me oder gather.town gibt es bei SpatialChat auch ein räumliches Klangerlebnis, das heißt eine Person wird lauter klingen, je näher man zueinander steht und umgekehrt.

Um die ganze Fläche zu sehen oder an einen Bereich heranzuzoomen, kann man entweder die Maus nutzen oder die Regler am unteren rechten Bildschirmrand. Auch im unteren Bildschirmrand befindet sich die Funktionsleiste. Hinter dem Plus-Symbol steckt die Upload-Funktion. Die Teilnehmenden können ein Bild hochladen oder per URL einbetten, die GIF-Bibliothek öffnen, ein Youtube/Twitch/Vimeo-Video einbetten und eine Textbox mit Link hinzufügen. Sobald ein Objekt zu der Fläche hinzugefügt wird, kann man es anpinnen, damit es dort dauerhaft bleiben. Sonst wird das Objekt verschwinden, sobald man den Raum verlässt. Rechts vom Plus-Symbol liegt die Taste für die Bildschirmfreigabe. Dann kommt das Eingabefeld für Emojis- und Textreaktionen. Die Upload-Funktion kann von den Administrator*innen ausgeschaltet werden.

Fährt man mit der Maus über das Sprechblase-Symbol in der Leiste erscheinen eine Emoji-Auswahl und ein Eingabefeld. Nach der Eingabe taucht das Emoji oder der Text als Sprechblase neben dem Profil-Icon auf und verschwinden kurz danach
Als Nächstes in der Funktionsleiste kann man die Kamera ein- und ausschalten oder das Mikrofon stummschalten. Ganz rechts liegt das Megafon. Dies ahmt ein Megafon im echten Leben nach. Wenn eine Person das Megafon „trägt“, ist sie für alle hörbar. Damit kann sie eine Durchsage für alle im Raum machen. Auch die Megafon-Funktion lässt sich durch die Administrator*innen deaktivieren.
Oben rechts am Bildschirm gibt es weitere Funktionen. Beim Klick auf das Rad öffnen sich die Einstellungen für Video und Audio. Beim Klick auf das Fragezeichen kann man das Tutorial nochmals sehen, das Hilfecenter von SpatialChat aufrufen oder eine Problemmeldung machen. Beim Klick auf den roten An/Aus-Schalter wird man den SpatialChat Space verlassen.

Die nächste Funktion ist sehr wichtig, wenn es mehrere Räume im Space gibt: Beim Klick auf das Personen-Symbol öffnet sich die Raum- und Gästeübersicht. Hier können die Teilnehmenden sehen, wie viele Menschen in jedem Raum sind. Wenn man auf eine Person in der Liste klickt, kommt man zu diese Person. Wenn man auf einen Raumnamen klickt, wird man zu diesem Raum geschickt. Mit Hilfe der Suchfunktion kann man nach einer Person suchen.

Direkt neben der Raumübersicht ist das Chatsymbol. Beim Klick darauf kann man an alle im Raum eine Nachricht schreiben.

Neben dem klassischen Raum gibt es zwei andere Raumarten, die noch in der Beta-Phase sind: die Bühne (sog. „Stage Room“) und Audio-Only-Raum (sog. „Audio Room“).
Die Bühne funktioniert wie ein Webinar, es gibt eine Rollenaufteilung zwischen Vortragenden und Zuschauer*innen. Nur Administrator*innen oder Hosts (mehr dazu im nächsten Abschnitt) können auf die „Bühne” gehen und somit Vortragenden werden. Die Vortragenden sind für alle seh- und hörbar. Es kann gleichzeitig maximal sechs Vortragende geben. Die Zuschauer*innen können Feedback geben, indem sie eine Emoji-Reaktion machen oder in den Chat schreiben. Der Audio-Only-Raum ist wie die Bühne aufgebaut, bloß ohne visuelle Funktionen wie Video oder Bildschirmfreigabe. Hier kann es gleichzeitig maximal 17 Sprechende geben und 33 weitere Personen sind Zuhörer*innen, weil die Kapazität für jeden Raum bei 50 Teilnehmenden liegt.

Bedienung aus Veranstalter*innensicht

Um den Space als Administrator*in beizutreten, braucht es einen mit dem Host-Passwort eingebetteten Link. Als Administrator*in hat man in SpatialChat großen Spielraum. Beim Klicken auf das Menü oben links am Bildschirm kann man auf unterschiedliche Einstellungen zugreifen. Unten links am Bildschirm befindet sich die „Customize“-Taste, mit der die Administrator*innen das Raumdesign anpassen können. Darunter kann der Einstiegspunkt festgelegt werden, wo neue Teilnehmenden im Raum erscheinen. Außerdem können kann der Hintergrund für jeden Raum geändert werden.

Zum Menü mit den raum-spezifische Einstellungen kommt man, wenn man auf das Stift-Symbol neben dem Raumnamen in der Raumübersicht klickt. Administrator*innen können den Raumnamen, die Reihenfolge der Räume, die Berechtigungen für Gäste sowie das Raum-Passwort ändern. Sie können selbstverständlich neue Räume hinzufügen oder bestehende Räume entfernen.

Administrator*innen können jederzeit Gäste im Space zu Hosts befördern. Dabei klickt man auf das Profil-Icon, um die Einstellungen zu sehen. Wie bei Administrator*innen gelten die Beschränkungen nicht für Hosts. Trotzdem können sie die Space-Einstellungen, das Raumdesign und die Raumeinstellungen nicht ändern sowie keine anderen Gäste befördern.

Im Raum unterscheiden sich die Administrator*innen und die Hosts in der Farbe der Schiene am Profil-Icon: Administrator*innen sind gelb, Hosts sind blau.

Preismodell mit Teilnehmenden-Minuten

SpatialChat bietet ein Preismodell mit Teilnehmenden-Minuten an. Die Teilnehmenden-Minute(n) ist die Zeit, die jede*r Teilnehmende verbraucht. Wenn es fünf Teilnehmenden im Space gibt, werden pro Minute fünf Teilnehmenden-Minuten verbraucht.

Im kostenlosen Plan können maximal 50 Teilnehmende pro Raum sein und es können maximal 3 Räume pro Space genutzt werden. Täglich ist eine Obergrenze von maximal 10.000 Teilnehmenden-Minuten gesetzt. Bei diesem Plan sind alle oben genannten Funktionen enthalten.

Wenn SpatialChat regelmäßig genutzt werden soll, kann sich der Standard-Plan lohnen. Im Standard-Plan sind alle Vorteile des kostenlosen Plans enthalten, dazu kommen zwei weitere Räume und zusätzlich 20.000 Teilnehmenden-Minuten pro Monat.

Für einmalige Events mit individuellen Anforderungen kann man einen Pro Plan anfragen. Anhand unserer Erfahrung ist SpatialChat kundenorientiert und technisch sehr flexibel. Nichtsdestotrotz kann es aus technischen Gründen in einem Raum nicht mehr als 50 Personen geben.

Ein Preistabelle kann man auf der Website von SpatialChat finden.

Einsatzmöglichkeiten

Mit SpatialChat können verschiedene Formate realisiert werden. Beispielsweise können Kennenlernphasen oder informelle Pause zur Vernetzung gestaltet werden. Auch für Workshops oder Gruppenarbeiten eignet sich das Tool. Innerhalb eines Raums kann man ein Hintergrundbild zur Abgrenzung von Bereichen nehmen oder man erstellt Räume für verschiedene Zwecke, beispielsweise fürs Plenum, eine Kaffeeküche für die Pausen und eine Galerie für die Ergebnispräsentation.
Durch die Einbettungsfunktion lässt sich SpatialChat besonders gut als Ausstellungsraum oder Messehalle nutzen. So können für eine Ergebnisdokumentation PDFs oder Online-Text-Dokumente eingebettet werden. Beim Einbetten von Videos warnte das Tool, dass ein Raum mit vielen eingebetteten Elementen hohe Bandbreite von den Teilnehmenden verlangen braucht.

Beispiel für einen Ausstellungsraum mit eingebetteten Youtube-Videos

Beispiel für SpatialChat als eine Messehalle

Dieses Material wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erstellt.

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Urheberinnen dieses Materials: „Phuong Nguyen / Agentur J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)“ | https://selbstlernen.net | Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0

wonder.me – Video-Chats für Pausen und Gruppenarbeiten

Ein Artikel von Phuong Nguyen

So sieht wonder.me aus

Wie sieht wonder.me aus?

Bei wonder.me handelt es sich um eine zweidimensional virtuelle Umgebung für virtuelle Begegnungen. Man betrachtet die Umgebung immer aus einer Vogelperspektive. Diese Umgebung wird als Raum („Room“) bezeichnet, auf der sich die Personen in Form von Profil-Icons begegnen. Jede Person bekommt zu Beginn einen Kreis mit ihrem Profilbild. Die Funktionsleiste befindet sich am unteren Bildschirmrand. Am rechten Bildschirmrand gibt es zusätzliche Buttons für die Teilnehmendenliste, den Chat, die Broadcast-Funktion und die Einstellungen. Die Benutzeroberfläche ist zurzeit nur auf Englisch verfügbar, allerdings ist das allermeiste selbsterklärend.

Laut eigener Aussage ist wonder.me ist DSGVo-konform. Vorsichtige Teilnehmende können das Tool anonym nutzen, wenn sie einen Pseudonym nutzen sowie ihre Kamera blockieren.

Screencast zu wonder.me:

Einfache Bedienung auf einer einzigen Fläche

wonder.me wird für die Nutzung auf Rechnern und Laptops entwickelt. Die Nutzung auf Tablets oder Handys ist zur Zeit theoretisch möglich, aber sehr eingeschränkt. Die Entwickler empfehlen daher, wonder.me ausschließlich auf dem Rechner oder Laptop zu verwenden. Das Tool ist browserbasiert und wird für Google Chrome und Microsoft Edge optimiert. Es ist möglich, dieses Tool ohne Kamera zu nutzen, jedoch ist ein Mikrofon erforderlich.

Um einen wonder.de-Raum beizutreten, brauchen die Teilnehmenden nur den Link zum Raum. Jeder Raum kann auch mit einem Passwort geschützt werden, dann benötigen die Gäste natürlich auch noch das Passwort. Wenn man auf den Link klickt, wird wonder.me in einem Browserfenster geöffnet. Nun muss man dem Browser den Zugriff auf Kamera und Mikrofon erlauben, um das Tool in allen Funktionen zu nutzen. Anschließend wird über die Kamera ein Profilbild erstellt, bevor man den Raum betritt. (Man kann nachträglich dieses Profilbild austauschen oder erneut aufnehmen).

Der Browser fragt nach dem Zugriff auf das Mikrofon.

Alle Aktivitäten in wonder.me finden auf einer einzigen Fläche statt. Diese Fläche passt sich anhand der Teilnehmendenzahl automatisch an. Ein Raum mit 30 Teilnehmenden wird ungefähr so groß sein wie ein 13-Zoll Bildschirm. Bei weiteren Teilnehmenden wird sich die Fläche automatisch vergrößern. Dann kann man die zwei Tasten zum Ein- und Auszoomen am oberen linken Bildschirmrand nutzen, um die Navigation zu erleichtern.

Auf der Fläche bewegen sich die Teilnehmenden mit Hilfe ihrer Profil-Icons, in dem sie diese Icons mit der Maus oder mit dem Finger hin- und her ziehen. Wenn mehrere Teilnehmende nebeneinander stehen, öffnet sich automatisch eine Gruppenunterhaltung (sog. „Circle“). Auf dem Bildschirm taucht dann ein Videopanel auf, das sich bei Bedarf in eine Galerieansicht vergrößern lässt. Um einen „Circle“ zu verlassen, muss man sein Icon von der Gruppe wegziehen. In der Umgebung genießen die Teilnehmenden ein räumliches Klangerlebnis, das heißt je enger sie aneinander stehen, umso lauter sind ihre Gesprächsteilnehmenden.

Wenn zwei oder mehr Personen nebeneinander stehen, öffnet sich eine Gruppenunterhaltung (sog. „Circle“), grau hinterlegt.

In der Funktionsleiste am unteren Bildschirmrand sieht man den Raumnamen rechts, wo man mit einem Klick einen Einladungslink in die Zwischenablage kopieren kann. Die Hosts eines Raums können den Raumnamen jederzeit ändern.

In der Mitte stehen die Icons zum Mikrofon und Kamera ein- und ausschalten sowie zur Bildschirmfreigabe.
Rechts kann man einen neuen Raum erstellen oder den aktuellen Raum verlassen.
Auf dem rechten Bildschirmrand steht das Symbol für die Teilnehmendenübersicht. Auf der linken Registerkarte kann man die Menschen sehen, die in der Nähe der eigenen Person stehen. Auf der rechten Registerkarte bekommt man eine Liste mit allen Teilnehmenden.
Als Nächstes ist das Symbol für die Chatfunktion. Hier gibt es drei Registerkarten: „Circle“, „Private“ und „Everyone“. In jeder Registerkarte kann man mit der entsprechenden Zielgruppe schriftlich kommunizieren.
Dann kommt das Symbol für die Broadcast-Funktion. Diese Funktion ist für Organisatoren*innen oder Gastredner*nnen gedacht und erfordert das Host-Passwort. Auf diesem Weg können die Gastgeber*innen eine „Durchsage“ machen, die an alle übertragen wird. Wenn die Broadcast-Funktion eingeschaltet wird, werden alle „Circles“ vorübergehend unterbrochen und die moderierende Person ist dann für alle seh- und hörbar.

Das letzte Symbol ist für die Einstellungen. Hier können die Teilnehmenden ihren Displaynamen und ihr Profilbild ändern. Sie können auch eine andere Audio- oder Videoquelle auswählen.

Als Host muss man ein Passwort festlegen, das sich von dem Gast-Passwort unterscheidet. Das Host-Passwort lässt sich, im Gegensatz zu dem Gast-Passwort, nicht ändern. Dieses Passwort erlaubt es den Administrator*innen, auf die Konfigurationen der Umgebung unter „Host Settings“ zuzugreifen sowie die Broadcast-Funktion zu nutzen. Als Host kann man Bereiche (sog. „Areas“) im Raum festlegen und beschriften. Diese Funktion ist besonders hilfreich, wenn jeder Programmpunkt in einem „Area“ stattfinden soll. Außerdem können die Hosts das Hintergrundbild für den Raum ändern und die Gäste eine Eisbrecherfrage stellen (sog. „Icebreaker question“). Wenn diese Funktion aktiviert wird, bekommen die Teilnehmenden beim Beitritt diese Frage und ihre Antworten werden später in der Teilnehmendenübersicht angezeigt.

Kostenlos für alle

Die Nutzung von wonder.me ist kostenlos. Jeder Mensch kann einen oder mehrere Räume erstellen. Jeder Raum hat eine Kapazitätsgrenze von maximal 1500 Teilnehmenden und 15 „Areas“. Die Stabilität der Plattform hängt von der Teilnehmendenzahl sowie der Internetverbindung ab. Je mehr Teilnehmende es gibt, umso höher wird die erforderliche Bandbreite. Wegen des Preisvorteils ist wonder.me sehr beliebt. Aus diesem Grund scheint der Server oft überlastet zu sein. In unseren Test funktioniert die Plattform mit einem durchschnittlichen Laptop noch gut bei etwa 50 Personen.

Einsatzmöglichkeiten

Aufgrund der einfachen Bedienung und des Aufbaus mit den „Areas“ lässt sich wonder.me wunderbar als Raum für Gruppenübungen, zum Kennenlernen, Netzwerken und Austauschen gestalten. Da die „Areas“ Bereiche im Raum kennzeichen, können sich die Teilnehmenden dadurch besser navigieren. Die Organisator*innen können die Bereiche vorher schon festlegen, damit die Teilnehmenden wissen, wann sie wohin gehen sollten.

Auch wenn es keine „Areas“ gibt, kann wonder.me als Raum zum Kennenlernen oder Netzwerken genutzt werden. Dabei können die Teilnehmenden einfach im Raum „rumlaufen“ und sich mit neuen Menschen treffen.

Je nach Publikum kann man den wonder.me Raum so gestalten, dass sich die Teilnehmenden mit Gemeinsamkeiten vernetzen können. Für eine Veranstaltung im schulischen Bereich haben wir einen virtuellen Pausenhof gestaltet.

Wer keine Hintergrundgrafik mit festgelegten Bereichen möchte und Spontaneität braucht, kann auch schnell die Bereiche als „Areas“ festlegen und jederzeit anpassen.

Für Gruppenübungen können die Organisatoren*innen „Areas“ für Breakout-Gruppen definieren. Zum Übungsende kann es eine Durchsage geben, damit alle dann zum Bereich fürs Fazit & Ausblick gehen.

Hintergrundgrafiken zum Download

Pausenhof | Jula Henke für J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), CC BY 4.0

Pausenschiff | Jula Henke für J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), CC BY 4.0

Dieses Material wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erstellt.

Lizenz

CC BY 4.0 Logo

Urheberinnen dieses Materials: „Phuong Nguyen / Agentur J&K – Jöran und Konsorten unterstützt durch Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)“ | https://selbstlernen.net | Lizenz zu diesem Material: CC BY 4.0